#15 Green Deal oder Green Illusion? Vision, Widerstand und Wirklichkeit der EU-Nachhaltigkeitsregulierung

Shownotes

Die Kommission von der Leyen I ging 2019 mit einem ambitionierten Projekt an den Start – dem Green Deal. Ziel des Green Deals war es, die europäische Wirtschaft nachhaltiger auszurichten, insbesondere durch die gezielte Umlenkung von Kapitalströmen in nachhaltige Investitionen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte Anlegern durch einheitliche und vergleichbare Standards in der Nachhaltigkeitsberichterstattung mehr Transparenz darüber verschafft werden, wie nachhaltig ein Unternehmen tatsächlich ist.

Dafür sollte vor allem die Corporate Sustainability Reporting Directive (kurz CSRD) sorgen. Darüber hinaus sollten Unternehmen verpflichtet werden, Verstöße gegen Mindeststandards im Bereich der Menschenrechte und der Nachhaltigkeit entlang ihrer Lieferketten zu identifizieren und zu beheben. Hierfür war die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) vorgesehen.

Doch sieben Jahre nach dem Anstoß dieses Projekts und unter der neuen Kommission von der Leyen zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab: Mit der Omnibus-Initiative sollen nun umfassende Vereinfachungen für Unternehmen eingeführt werden, die künftig nach der CSRD berichten müssen. Vor diesem Hintergrund wollen wir Bilanz ziehen und der Frage nachgehen: Was ist nach den jüngsten Reformen vom Green Deal geblieben – und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für deutsche Unternehmen?

Das bespricht Linda Achtermann in Folge 15 mit Alexandra Schädler und Navid Armeli, beide tätig in den Wirtschaftsreferaten des I.M.U.

Links: Mitbestimmungsreport Nr. 88: Literaturstudie zu den ökonomischen Effekten der Unternehmensmitbestimmung Wissen kompakt: Gesamt- und Konzernbetriebsrat Böckler Online-Seminar zur CSRD Nachhaltigkeits­berichterstattung CSRD: Grundlagen CSRD: ESRS-Standards Glossar zu Nachhaltigkeitsbegriffen

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00:00:01: Und

00:00:13: damit herzlich willkommen bei Fokus Aufsichtsrat, wieder mit einer neuen Folge hier im April.

00:00:18: Ich bin Linda Achtermann, freie Journalistin und Host dieses Podcastes.

00:00:21: Und

00:00:22: ich bin wie immer nicht alleine am Anfang der Folge.

00:00:24: mit dabei ist auch meine Kollegin Cosima Steltner.

00:00:27: Hi Cosima!

00:00:28: Hi Linda!

00:00:29: Na?

00:00:29: Wie geht's?

00:00:30: Ach du, ich muss sagen.

00:00:32: Der Frühling kommt an?

00:00:33: Das hat mir schon in der letzten Folge ...

00:00:36: Ich wollte grad sagen, die letzte

00:00:37: Folge haben

00:00:37: wir so positiv gestartet mit dem schönen Sonnenschein und

00:00:40: ich weiß nicht,

00:00:41: wie es bei dir ist in Berlin aber bei mir heute hier in Düsseldorf ja, die Sonne lässt sich auf jeden Fall noch nicht blicken.

00:00:48: Nee, bei uns ist das auch bewölkt, aber die Temperaturen steigen.

00:00:52: also heute sollen's bis zu sechzehn Grad werden Und da kann man irgendwie die Folgen ... Sonne, die sich noch ein bisschen hinter dem Bergheld verzeihen.

00:01:01: Da kann

00:01:02: man drüber hin wechseln genau.

00:01:03: Deswegen sind

00:01:05: die Frühlingsgefühle weiter da und ich finde damit lässt sich das Leben leichter gestalten oder nicht?

00:01:13: Yes!

00:01:16: Bevor wir rein starten in die Folge, werden wir heute wieder ein spannendes Fachgespräch vorbereitet.

00:01:20: Wollen wir immer darüber sprechen was gibt es Neues?

00:01:23: Was gibt's vor allen Dingen Neues auch bei euch am IMU?

00:01:26: Gibt es Veröffentlichungen über die wir noch mal sprechen sollten hier im Anfang?

00:01:30: Ja, genau.

00:01:31: Ich hatte in der letzten Folge schon angekündigt, dass wir dieses Jahr das Doppeljubiläum anstehen haben unter anderem mit dem Jubiläums des Mitbestimmungsgesetzes und passend zum Jahrestag der Verabschiedung des Gesetzes.

00:01:44: Mitte März wurde unsere Meta-Studie veröffentlicht.

00:01:48: Der Mitbestimmungssupport Eighty ist das eine ganz spannende Studie, in die super viel Arbeit reingeflossen ist.

00:01:54: Deswegen möchte ich dir gerne heute noch mal Highlighten von Robert Scholz und Navid Ameli.

00:02:00: Die beiden haben eine Literaturstudie veröffentlicht.

00:02:02: Also die haben quasi nicht selber empirisch geforscht, sondern literaturanalysierte, die schon existiert zu den ökonomischen Effekten der Mitbestimmung.

00:02:09: und da ist wie gesagt so viel Arbeit reingeflossen sind nicht nur deutsche Studien, sondern auch international.

00:02:13: Haben die Kollegen sich angeschaut welche Studien da existieren?

00:02:17: Es wurden in einem zweistufigen Recherchenverfahren, wurden dreihundert vierundachzig Studien entdeckt und davon haben sie sich dreiundsechzig nochmal genauer angeguckt, die die quantitativen Effekte der Mit Bestimmungen messen.

00:02:29: Und

00:02:30: ja, es ist ein unfassbares Sammelsorium.

00:02:32: Wie gesagt, teilweise aus den USA beispielsweise studieren ich meine vierzig Prozent mit internationalem Background.

00:02:39: also einen großer Fundus und die Zusammenfassung kann man sagen.

00:02:44: nicht nur am IMU finden wir immer wieder heraus dass die Unternehmensverbestimmung einen positiven Effekt auf den Unternehmen Erfolg hat sondern zu diesem Ergebnis kommen auch andere Studien.

00:02:54: Vielleicht nur mal einen ganz kurzer Einblick.

00:02:55: Ich will euch hier nicht mit dich und die Hörerinnen und Hörern nicht mehr zahlen, quälen aber vielleicht nur ein kleiner Einblick.

00:03:02: und zwar kommen insgesamt dreidreißig Prozent der quantitativen Studien zu dem Ergebnis das die unternehmendste Bestimmung positive Effekte hat, vierzehn Prozent beobachten sowohl positiv als auch negative Effekten und neunzehnt prozent negative Effekt.

00:03:15: Die Effekte der Unternehmenswirtbestimmung werden also grundsätzlich in der Literatur kontrovers diskutiert, die positiven Befunde überwiegen aber doch relativ klar.

00:03:24: Mitbestimmung ist damit nach unserer Auswertung ein positiver Standortfaktor für Deutschland und das positive Resüme mehr aus diesem Forschungsüberblick sollte weiterhin Ansporn für uns sein und bleiben, den mit Bestimmungen auf sich satt zu sichern und zukunftsfest zu

00:03:36: machen.".

00:03:37: Sehr schön!

00:03:38: Ich hoffe, ich habe jetzt hier nicht zu viel verweck genommen.

00:03:40: Wer Interesse hat kann sich das gerne auch noch mal im Detail anschauen.

00:03:43: Verlinken wir natürlich wie immer in der Folgenbeschreibung.

00:03:45: Auf jeden Fall!

00:03:46: Das machen

00:03:46: wir.

00:03:47: Und weiter geht es auch mit einer anderen Veröffentlichung die auch sehr passend jetzt glaube ich released wurde.

00:03:53: Wir haben ja in der letzten Folge über die anstehenden Betriebsratswahlen, die gerade auch noch laufen gesprochen und dazu gibt's ein neues Wissenkompakt im Mitbestimmungsportal oder?

00:04:02: Genau, richtig.

00:04:03: Denn es ist schön, wenn sich das mit der Moderation so smooth an die letzte Folge anschließt.

00:04:09: Nach den Betriebsratswahlen folgen auch die Konstituierungen der übergeordneten Gremien also der Gesamtbetriebsrat um Konzernbetriebesratsgremien.

00:04:17: jetzt laufen die Betriebersratswahl noch bis Ende Mai, also ein bisschen Zeit ist noch.

00:04:21: aber trotzdem haben wir gesagt da dass ja im Anschluss die auch die Konzernen Betriebsratsgremien schnell arbeitsfähig werden dürfen, haben wir mit bestimmtes Portal das neue Wissen Kompakt veröffentlicht.

00:04:34: Und zwar wird da einmal ganz gesammelt dargestellt was für starke GBR-KBR-Gremien sprechen wie diese mit den örtlichen Betriebesräten zusammen oder auch dem Aufsichtsrat zusammenarbeiten können welche Ressourcen die Handlungsfähigkeit sichern aber auch wo Spannungsfelder und Grenzen einer solchen zentralisierten Mitbestimmung liegen.

00:04:56: Außerdem haben die Kolleginnen und Kollegen, die die Beispiel aus der Praxis aus GWR und KBR Betriebsvereinbarung mit verlinkt und da findet ihr also finden die Hörerinnen und Hörern natürlich auch du liebe Länder Themen wie beispielsweise IT-Infrastruktur Arbeitszeit oder auch Personalpolitik

00:05:12: sehr schön.

00:05:13: ja das ist doch ist doch treu wenn wir hier passend zu der Zeit in der wir uns befinden dann noch immer die passenden Veröffentlichungen auch darbieten können.

00:05:21: Da kann man dann gleich, wenn man aus der Betriebsratswahl kommt, kann sie sich ins Mitbestimmungsportal hängen und sich dann weiter informieren und vorbereiten.

00:05:29: Das sowieso?

00:05:30: Ja das sowieso!

00:05:30: Das hoffentlich sowieso.

00:05:34: Und während damit ja auch klar ist was bei dem anderen Folgen nach den Wahlen ist vor den Walen... Nach den Wallen ist es auch vor der Konstituierung wie du gerade schon ganz richtig gesagt hast.

00:05:45: Ist es in anderen Bereichen in der Unternehmensmitbestimmung bzw.

00:05:50: sowieso im Unternehemsalltag gar nicht so durchsichtig.

00:05:54: gerade, ein Themenbereich wo es gerade sehr undurchsichtig geworden ist seit Februar ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung und damit sind wir eigentlich auch schon direkt beim heutigen Thema.

00:06:04: Genau!

00:06:05: Sollen wir mal rein hören?

00:06:06: Ich würde sagen ja viel Spaß bei dem Interview.

00:06:21: Die erste EU-Kommission unter Ursula von der Leyen ging zwei tausend neunzehn mit einem ambitionierten Projekt an den Start dem Green Deal.

00:06:29: Das Ziel des Green Deals war es, die Wirtschaft nachhaltiger zu machen und das vor allem durch die Umlenkung von Kapitalströmen in nachhaltige Investments.

00:06:39: Um das zu erreichen wollte man den Anlegern ermöglichen, durch vergleichbare Standards in der Nachhaltigkeitsberichterstattung mehr Transparenz darüber zu erhalten wie nachhaltig ein Unternehmen wirklich ist!

00:06:52: Dafür sollte die Corporate Sustainability Reporting Directive kurz CSRD sorgen.

00:06:58: Darüber hinaus sollten Unternehmen verpflichtet werden, Verstöße gegen Mindeststandards von Menschenrechten und Nachhaltigkeitszielen in ihrer Lieferkette zu betrachten

00:07:07: und

00:07:08: zu beheben.

00:07:09: Dafür sollte die Corporates Sustainability Due Diligence Directives kurz CSDDD

00:07:16: sorgen.".

00:07:17: Doch jetzt?

00:07:18: Sieben Jahre nach dem Anstoß dieses Projekts Und unter einer neuen Fonderline-Kommission scheint sich vieles verändert zu haben.

00:07:26: Mit der Omnibus-Initiative soll es nun erhebliche Vereinfachungen für Unternehmen geben, die zukünftig nach CSRD berichten müssten.

00:07:33: Deswegen wollen wir heute Bilanz ziehen und uns fragen – was ist nach den letzten Reformen vom Green Deal übrig?

00:07:40: Was bedeutet das für deutsche

00:07:42: Unternehmen?".

00:07:43: Und das bespreche ich jetzt mit Alexandra Schädler.

00:07:45: Sie ist im Referat Wirtschaft am IMU und ihre Arbeitsschwerpunkte liegen genau beim heutigen Thema, nämlich ESG-und Nachhaltigkeitsberichterstattung.

00:07:54: Hallo Alex, schön dass du da bist!

00:07:55: – Hallo Linda!

00:07:57: Und mittlerweile auch Navid Ameli aus dem Referatwirtschaft am IMu und zu seinen Arbeitsschwerkpunkten gehört die Vorstandsvergütung vor allem aber auch die Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien in Vergütungssysteme.

00:08:09: Navid, schön, dass du hier bist!

00:08:11: Hi Linda, freut mich mal wieder hier zu sein.

00:08:14: Fangen wir mal ganz vorne an David!

00:08:16: Was war denn eigentlich die ursprüngliche Intention des Green Deals und wie hat sich das jetzt durch den Clean Industrial Deal verändert?

00:08:24: Genau also das Ziel der vorherigen von der Laienkommissionen war es ja den europäischen Wirtschaftsraum in den ersten klimaneutralen Wirtschaftsrahmen bis zum Jahr zwei tausendfünfzig zu verwandeln.

00:08:35: Das bedeutet sozusagen Nettoemission bis zwanzig fünfzig auf Null reduzieren.

00:08:41: Dafür gab es dann eine ganze Reihe an europäischen Gesetzgebungsverfahren.

00:08:44: Es gab das Europäische Klimagesetz, dieses Ganze fit for fifty-five Package, den Common Border Adjustment Mechanism und man hat sich schon auch die Frage gestellt wie man die Transformation des europäischen Wirtschaftstraums finanzieren sollte.

00:08:57: Da ist man zur Erkenntnis gekommen, dass öffentliche Mittel wahrscheinlich für die Transformation der Wirtschaft nicht ausreichen werden.

00:09:05: Und da kamen die Idee ins Spiel sozusagen auch das was du in der Anmoderation schon beschrieben hast, die Kapitalströme in Richtung nachhaltige Investition zu lenken und das dann sozusagen die Kapitalsströmmer als ein Teil der Finanzierung dieser Transformation zu nutzen.

00:09:21: Ja, das war eben das was die vorherige von der Laienkommission angeleiert hat.

00:09:25: Das war eine andere politische Kontext und in der aktuellen Kommission sehen wir dass sich an der Zielsetzung sozusagen nichts geändert hat eigentlich nach außen hin in der Kommunikation.

00:09:36: Der Clean Industrial Deal wird ganz bewusst als Fortsetzung des Green Deals befremd.

00:09:40: Das heißt die EU hält auch an ihrem Ziel der Klimaneutralität bis zu zweizig fünfzig fest.

00:09:45: aber es haben sich die Prioritäten verändert.

00:09:49: Wenn Nachhaltigkeit sozusagen vorher unter dem Green Deal als Selbstzweck ein Ziel war, dann ist es jetzt eher die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeits- und Klimanutralität sind ein... Ein Mittel, um auch die europäischen den europäischen Wirtschaftsraum wieder wettbewerbsfähig zu machen.

00:10:05: Aber wir haben eben jetzt ein übergeordnetes Ziel und das ist die Wettbewebsfähigkeit.

00:10:09: Und das bedeutet dann auch ganz konkret dass überall wo die Dekarbonisierung die Wetzbewerbungsfähigkeit jetzt kurzfristig belastet zum Beispiel bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung über die wir gleich sprechen werden es jetzt eine sozusagen institutionell argumentative Grundlage gibt um diese zu verlangsamen oder abzumildern.

00:10:29: Ich würde das vielleicht jetzt nochmal anders formulieren, der transformative Anspruch ist ein bisschen verschunden

00:10:35: auch

00:10:35: wenn das Ziel der Klimaneutralität gleichgeblieben ist.

00:10:39: Nachdem Navitas jetzt schon so gut ausgeführt hat, würde ich gerne bei dir Alex aber noch mal nachhaken und zwar ein bisschen spitzfindig Möchte ich von dir wissen, wenn man jetzt die letzten Initiativen der neuen Kommission betrachtet.

00:10:53: Vor allem die Omnibus-Initiative?

00:10:55: Kann man das so hart formulieren dass man sagt da sieht man eine Abkehr vom Green Deal?

00:11:00: weil für mich stellt sich schon die Frage was will die Kommission mit dieser Initiative eigentlich erreichen?

00:11:07: Ja also Nadine hat es ja schon ganz gut hergeleitet.

00:11:10: Also letztendlich resultiert die OmniBus-initiative aus einer Wettbewerbsdebatte in der EU die ja vor allem durch den zunehmenden Wettbewerb in den USA, also mit den USA und mit China gepusht wurde.

00:11:24: Und das ursprüngliche Ziel der Omnibus-Initiative war es eben diese Wett bewerbsfähigkeit europäische Unternehmen unter anderem über die Reduzierung des bürokratischen Aufwands zu stärken ohne eben die grundlegenden politischen Ziele auch bezogen auf Nachhaltigkeit aufzugeben.

00:11:41: Insofern würde ich sagen, der Grundgedanke ist daher keine Abkehr vom Green Deal und von den Klimazielen, sondern eher eine wertbewerbsgetriebene Weiterentwicklung.

00:11:52: Und die EU hat damit ja auch auf zum Beispiel den Inflation Reduction Act in USA der massives Subvention für grüne Technologien vorgesehen hat reagiert.

00:12:02: Die Maßnahmen des Green Deals sollten darauf ausgerichtet sein Investitionen in Europa zu halten und die Produktion grüner Technologien wie eben Batterien oder erneuerbare Energien auch in Europa zum produzieren.

00:12:16: Und ich sage mal ganz einfach gesagt auf deine Frage, die Omnibus Initiative sollte sozusagen über bürokratische Entlastung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen stärken unter anderem eben um damit aber auch die Klimaziele wirtschaftlich umsetzbar zu machen.

00:12:33: Und ehrlicherweise, wenn wir uns jetzt das Ergebnis der Ombibusverhandlungen angucken, dann darf man sich natürlich die Frage stellen, ob mit den verbleibenden Anforderungen und vor allem dem sehr reduzierten Anwenderkreis die geplante Transformationswirkung überhaupt noch erreicht werden kann bzw.

00:12:49: die Frage, ob Transparenz- und Berichterstattung noch als geeignetes Mittel sozusagen gesehen wird – das ist die entscheidende Frage!

00:12:59: Also Abkehr nein, Kurswechsel ja.

00:13:02: Kannst du uns einen Einblick geben?

00:13:03: Wie nehmen dann Unternehmen und Aufsichtsräte diese Veränderungen und diesen Kurswechsel wahr?

00:13:08: Ja ich glaube also das ist sehr unterschiedlich zumindest nehme ich es so wahr.

00:13:12: Was man schon sagen kann ist dass der Bürokratieabbau im Allgemeinen von den Unternehmen begrüßt wird.

00:13:19: Insbesondere bei kleinen und mittelständigen Unternehmen die empfinden den Wegfall der Berichtspflichten schon als Entlastung.

00:13:26: Viele der große Unternehmen allerdings, die sehen schon das Risiko, dass insbesondere durch die starke Einschränkung des Anwenderkreises die Transformations-Wirkung zumindest mal gefährdet ist.

00:13:37: Insbesondere auch Unternehmen, die ja bereits seit Jahr zwanzig vierundzwanzig frei wenig nach der CSRD berichten, sie sehen die Entwicklung schon kritisch weil sie naja also einerseits selbst mitten in dem Umsetzungsprozess sind Also zum Beispiel ihre Risikomanagement und Steuerungssysteme gerade anpassen und ihnen da eben durch die Initiative so ein bisschen der Wind aus den Segeln genommen wird.

00:14:00: Aber auch weil ja viele kleinere, wobei auch größere Unternehmen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette zukünftig nicht mehr berichtspflichtig sind wie größeren Unternehmen aber eben auf die Nachhaltigkeitsinformationen aus diesen Unternehmen angewiesen sind.

00:14:16: also das heißt aus Unternehmenssicht würde ich nämlich schon wahr dass für viele vor allem große Unternehmen, die im EU-Kommission bei der Überarbeitung der Richtlinie zu weit gegangen ist.

00:14:27: Und was die Aufsichtsräte angeht?

00:14:29: Also sehen insbesondere die Arbeitnehmervertreter die Überarbeitungen der Richt Linie und auch der ESS Standards kritisch weil eben mit der drastischen Renuzierung des Anwenderkreises viele Interessens vertreten die Möglichkeit verlieren sich an den unternehmerischen due diligence Prozessen und auch am Prozess der Wesentlichkeitsanalyse zu beteiligen weil damit entfällt ein ganz wichtiges Mitbestimmungselement eben bei der Umsetzung der unternehmerischen Nachhaltigkeitsprozesse.

00:14:58: Und die stakeholder-orientierte Identifikation der wesentlichen Chancen und Risiken, und Auswirkungen – so wie sie in der Wesentlichkeitsanalyse vorgesehen ist – ist ja das zentrale Element der CSLD, die er dann letztendlich auch zu einer Verbesserung der Transparenz oder der Nachhaltigkeitspreform führen soll.

00:15:16: Das wird dann in ganz vielen Unternehmen einfach gar nicht mehr stattfinden.

00:15:21: Und die großen Unternehmen, die mehr als tausend Mitarbeiter haben und auch einen Umsatz größer vierhundertfünfzig Millionen Euro, die bleiben ja berichtspflichtig.

00:15:30: Ehrlicherweise sehe ich aber auch hier das Risiko dass das Thema durch diese allgemeine negative Stimmung auf dort so ein bisschen an Aufmerksamkeit Einbußen erleiden wird und da liegt es dann natürlich an den Aufsichtsträken selbst dafür zu sorgen dass das Thema wieder auf die Tagesordnung und auf die Agenda der Aufsichtsratssitzung kommt.

00:15:50: Das wird kein Selbstläufer sein, sagen wir es mal so!

00:15:53: Du hast gerade schon viel angeschnitten und ich würde gerne jetzt aber noch einmal genauer drauf schauen was sich jetzt genau bei der überarbeiteten CSR-D-Richtlinie verändert hat.

00:16:04: Du hast schon gesagt, die soll Vereinfachungen bringen... Der Anwenderinnenkreis hat sich aber auch deutlich reduziert.

00:16:10: Eigentlich stand ja groß vorne, diese Überarbeitung soll die Ziele des Green Deals eigentlich nicht untergraben.

00:16:17: Und jetzt wäre meine Frage um nochmal an den Finger in die Wunde zu legen ist das wirklich so?

00:16:22: Was sind denn die wesentlichen Änderungen und wie sind sie einzuordnen?

00:16:26: Alex!

00:16:27: Die wichtigste Änderung, das hatte ich eben auch schon gesagt, ist natürlich die Begrenzung des Anwenderkreises der CSRD auf die großen Unternehmen mit mehr als tausend Mitarbeitern und einen Umsatz von vierhundertfünfzig Millionen

00:16:38: Euro.

00:16:39: Das gibt da zwar jetzt in der Änderungsrichtlinie eine sogenannte Überprüfungsklausel.

00:16:44: Das soll später irgendwann noch mal evaluiert werden, also wie sich das in der Praxis bemerkbar macht und ob das ausreichend ist.

00:16:52: Nichtsdestotrotz fällt jetzt natürlich zunächst einmal für viele Unternehmen die Berichterstattungspflicht weg.

00:16:59: Und im Übrigen, dass es ganz interessant auf Unternehmen, die seit zwei Tausendsehnten bereits zur Nachhaltigkeitsberichterstatter verpflichtet sind.

00:17:07: Auch da werden einige nicht mehr berichten müssen.

00:17:10: Für die Unternehmen, die zukünftig nicht mehr berechnen müssen, für sie wird es einen freiwilligen Standard geben.

00:17:16: Der Standard der soll auch gleichzeitig als Begewendung für die Informationsanforderungen an kleinere Unternehmen in der Wertschöpfungskette dienen, dem ist das sogenannte Value-Chanker.

00:17:27: und Also wie gesagt, die Reduzierung des Anwenderkreises würde ich sagen ist die gravierendste Änderung.

00:17:33: Es ergeben sich auch aus der Überarbeitung der ESRS-Standards weitere schon wesentliche Änderungen, wie zum Beispiel die Redutzierung der verpflichtenden Datenpunkte, die wurden um einen Sechzig Prozent reduziert.

00:17:46: dann wird es zu einer Vereinfachung der Wesentlichkeitsanalyse kommen.

00:17:50: das heißt hier ist jetzt auch durch einen risikobassierten Top Down Ansatz möglich und ist auch nicht mehr jährlich durchzuführen sondern nur wenn es wesentlicher Änderungs.

00:17:59: Ob das jetzt für die berichtspflichtigen Unternehmen am Ende wirklich eine Erleichterung ist, kann man noch gar nicht so genau sagen.

00:18:07: Ich würde das mal ein bisschen in Zweifel ziehen, weil ja zum Beispiel der reduzierten Datenpunkte zum Beispiel kann man sagen kein Unternehmen war je verpflichtet nach tausend Datenpunkten zu berichten.

00:18:20: Das heißt also die Reduzierung um einen Sechzig Prozent weiß nicht, was das wirklich bringen soll.

00:18:25: Weil es war schon immer so vorgesehen, dass Unternehmen eben nur das berichten, was wesentlich und entscheidungsrelevant ist.

00:18:33: Du hast jetzt noch gefragt für wen ist das besonders problematisch?

00:18:36: Also es ist besonders problemativ für den nachhaltigen Umbau unserer Wirtschaft weil der verbleibende Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen wird aus meiner Sicht nicht ausreichen um diese gewünschte Transformationswirkung zu erzielen.

00:18:50: Und da muss man ehrlich sagen, da werden uns wahrscheinlich wieder wie in so vielen Bereichen Länder wie China oder Indien überholen und dann wird es früher oder später wieder eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit sein.

00:19:03: und noch aus einer anderen Richtung.

00:19:05: Auch bezogen auf die Sorgfaltspflichtenden den Lieferkepten gibt es jetzt deutliche Abschwächungen.

00:19:11: können wir auch nochmal darauf schauen?

00:19:12: welche sind das denn vor allem?

00:19:14: Ja, genau.

00:19:15: Du meinst sicherlich die Corporate Sustainability The Diligence Directive also sozusagen die europäische Richtlinie über die unternehmerische Sorgfahrtspflicht in der Lieferkette.

00:19:27: Die wurde eben im Jahr zwei tausend vierundzwanzig verabschiedet und würde Betroffene Unternehmen dazu verpflichten Umwelt- und Menschenrechtsprobleme entlang ihrer gesamten Lieferkette zu identifizieren und eben zu behindern und zu mindern.

00:19:40: Das ist nochmal was anderes als die Berichterstattung, denn hier sprechen wir quasi über bloße Offenlegungen hinaus und sprechen von einer Anpassung vom tatsächlichen unternehmerischen Handeln.

00:19:51: Und deswegen ja es ist im Grunde auch so eine wichtige Richtlinie gewesen.

00:19:56: aber wir müssen jetzt auch konstatieren dass die Omnibus-Initiative speziell das sogenannte Substance Proposal dazu führt dass die ursprüngliche Ziele und Verpflichtungen der CS Triple D wie sie abgekürzt wird deutlich reduziert werden.

00:20:10: Also beispielsweise wird jetzt auch die Umsetzungsfrist für den Mitgliedstaaten auf das Jahr zwanzig, achtundzwanzig verlängert.

00:20:17: So dass die Erstanwendung für Unternehmen nun im Juli zwanzzig, neunundzwantzig liegt und bis dahin kann politisch sehr viel passieren denn wie Alexandra eben ja auch sehr gut dargestellt hat sprechen wir momentan eben viel mehr über Bürokratieabbau Belastungen von Unternehmen und das Thema Wettbewerbsfähigkeit.

00:20:33: also wer weiß was bis zu zwanzich, neunezwanziger alles passiert mal.

00:20:37: Ich will vielleicht noch mal auf ein paar abgeschwächte Punkte eingehen, die jetzt an der ursprünglichen Richtlinie geändert wurden durch das Substance Proposal und die Omnibus-Initiative.

00:20:48: Der Wichtigste, der da aus meiner Sicht zu nennen ist ja es ist die Erhöhung der Schwellenwerte für die Anwendbarkeit.

00:20:54: also nur noch Unternehmen mit mehr als fünftausend Mitarbeitenden und einem nettojahres Umsatz von über einen fünf Milliarden Euro fallen zukünftig unter die Regelung einschließlich bestimmter Drittstaatunternehmen, das heißt wir haben also wirklich einen deutlich reduzierten Anwendungskreis.

00:21:10: Auch an den inhaltlichen Sorgfaltspflichten wurde etwas geändert und die wurden er reduziert.

00:21:17: zu nennen ist da vor allem die Erstellung- und Umsetzungspflicht von sogenannten Klimatransitionsplänen.

00:21:24: Also da sollten Unternehmen sozusagen ganz klar für sich definieren, wie sie das Ziel der Klimaneutralität, dass ja eigentlich auch beibehalten werden sollte.

00:21:34: Wie Sie das erreichen wollen in Ihrem unternehmerischen Handeln entspricht?

00:21:38: Auch wie Sie Ihr Geschäftsmodell entsprechend anpassen werden wollen im kommenden Jahren oder kommenden Jahrzehnten.

00:21:44: und davon hat man sich natürlich eine sehr starke Steuerungswirkung erhofft weil wir gesagt hier gehen wir verlassen wir das Spielfeld der Berichterstattung der Transparenz Pflichten, sondern wir gehen wirklich.

00:21:56: Wir erreichen das Spielfeld des unternehmerischen Handels aber dieser Umsetzungspflicht Unterstellungspflicht der Klimatransitionspläne entfällt nun auch.

00:22:05: Ebenso wurde die Pflicht zur Prüfung der gesamten Lieferkette erheblich entschärft und durch einen sogenannten risikobasierten Ansatz ersetzt.

00:22:13: Also das bedeutet Unternehmen sollen sich jetzt auf konkrete Bereiche konzentrieren, in denen tatsächliche oder potentielle negative Auswirkungen am wahrscheinlichsten sind und müssen eben kein vollständiges Mapping der gesamte Lieferketter ja durchführen.

00:22:28: Genau und der letzte Punkt jetzt zu nennen ist sind auch die Rechtsfolgen, denn ursprünglich wurde eine harmonisierte zivilrechtliche Haftungsregelung auf EU-Ebene vorgesehen für Unternehmen.

00:22:39: Die eben gegen Menschenrechte zum Beispiel in die Realität verstoßen würden.

00:22:44: Diese zivilrechtliche Haftung wurde jetzt auch aufgehoben und die konkrete Ausgestaltung bleibt damit weitergehend wieder den nationalen Gesetzgebern überlassen.

00:22:53: Und ich würde sagen, zusammengenommen kann man jetzt auch bei der CS Triple, die davon sprechen dass sie eben stark abgeschwächt worden

00:23:00: Okay.

00:23:01: Nach unseren bisherigen Ausführungen, was sich alles geändert hat und diese ganzen Zahlen- und Abschwächung, die wir jetzt einmal durchgegangen sind ist mir schon fast ein bisschen schwindelig.

00:23:09: Und was mir aber an den Kopf kommt, auch auf nationaler Ebene haben wir ja auch Regelungen, die in diese Richtung gehen.

00:23:16: Wir haben ja auch ein deutsches Lieferkettengesetz.

00:23:19: Alex, was hat denn diese geänderte CS Triple D Richtlinie für Auswirkungen auf Nationales Recht und unser Lieferkettengesetz?

00:23:29: Wir haben ja gerade gehört, dass mit der Umsetzung ein bisschen dauert.

00:23:33: Das weiß also im Moment, haben wir das Lieferketten-Sorgfalspflichtengesetz noch?

00:23:37: Allerdings befindet sich das in einem sogenannten Regitionsprozess und soll eben dann erst achtundzwanzig durch die Umsetzung des CS Tüppelgie angepasst werden.

00:23:48: Und in der Übergangszeit soll das so genannte es echten Zungenbrecher Lieferkettensorgfallspflichtenänderungsgesetz schon mal zu einer Entlastung für die Unternehmen führen.

00:24:00: Und dieses sozusagen Änderungsgesetz, das sieht zwar vor, dass die Kernsorgfalspflichten wie Risikomanagement und Beschwerdeverfahren in Kraft bleiben, aber die Berichtspflichten wurden rückwirkend zum Januar XXIII schon mal gestrichen.

00:24:16: Ja?

00:24:17: Auch die Wahrverprüfungen, die ursprünglich vorgesehen waren, wurden auch eingestellt.

00:24:24: Das heißt, bei der nationalen Umsetzung des CSCCD wird das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz angepasst werden.

00:24:32: Und da ist natürlich genau wie Naviit eben schon ausgeführt hat sozusagen der Anwendungsbereich auch wieder der gravierendste Punkt.

00:24:39: Wir reden jetzt von fünftausend Mitarbeitern und das Liefernkettensochfaltsplichtengesetz gilt ja für Unternehmen mit tausend Mitarbeiter.

00:24:46: Also das kann man sagen eine wirklich drastische Verschlechterung.

00:24:50: Und was den Punkt der zivilrechtlichen Haftung angeht, da kann man gespannt sein.

00:24:55: Also aus heutiger Sicht kann man nicht unbedingt davon ausgehen dass das in Deutschland dann auch im Gesetz vorgesehen ist und ich meine man muss man muss das Ganze natürlich also ich sage mal sowohl die Sorgfaltspflichten aber auch die CSRD Berichterstattungen.

00:25:10: Man kann das nicht getrennt sehen, man muss es ein bisschen zusammensehen.

00:25:13: Das heißt wir haben zum einen die Einschränkung eben bei der CS Triple D,

00:25:18: d.h.,

00:25:18: wir haben jetzt risikobasierten Ansatz.

00:25:21: Man muss nicht mehr über die gesamte Wertschöpfungskette gehen.

00:25:24: Andererseits haben wir beim CSRD auch eine Vereinfachung der Wesentlichkeitsanalyse, die jetzt dann auf einem risikbasiertem Ansatz umgesetzt werden soll.

00:25:34: Also da bestehen aus meiner Sicht schon Risiken für uns dass insbesondere die sozialen Punkte, also soziale Disikofaktoren möglicherweise da an der einen oder anderen Stelle durch das Raster durchfallen.

00:25:47: Und es ist dann wieder an uns auf allen Ebenen der Mitbestimmung dafür Sorge zu tragen, dass diese Punkte doch noch berücksichtigungen finden.

00:25:57: Bevor wir jetzt zur Frage kommen, die glaube ich viele, die jetzt zuhören gerade im Kopf haben nämlich... wer nutzt eigentlich dieses Hin und Her gerade, würde ich gerne nochmal eine ganz kurze Abbiegung nehmen.

00:26:09: Und doch noch mal zurückkommen auf die CSRD-Richtlinie und den verringerten Anwenderinnenkreis.

00:26:16: Das ist vorhin schon angeschnitten – alle Unternehmen, die jetzt nicht mehr in den Anwänderinnenkreisen fallen, haben ja trotzdem die Möglichkeit im Zukunft freiwillig nach dem sogenannten VSME-Standard zu berichten!

00:26:31: stellt sich natürlich die Frage, macht man das wirklich?

00:26:35: Wenn man es nicht muss freiwillig berichten.

00:26:37: Alex wie schätzt du das ein?

00:26:39: und vor allen Dingen Wie schätzst du die Qualität dieses freiwilligen Standards gegenüber der ja mal sehr ausführlich geplanten CSRD Richtlinie ein?

00:26:48: Wo fängt man da an?

00:26:49: also letztendlich dieser faus im ehestandard Der richtete sich ja ursprünglich Mal an kleine und Ganz Kleine Unternehmen mit weniger als zweitfünfzig Beschäftigten.

00:27:00: Und das Problem, du hast es gerade beschrieben ist ja dass die Einschränkung des CSRD Anwendungsbereiches sozusagen gar zu führt.

00:27:08: Dass dieser freiwillige Standard der ursprünglich für kleinste und kleine Unternehmen gedacht war jetzt eben auch für Unternehmen gilt, die gar nicht mehr so klein sind also die vielleicht weniger als tausend Mitarbeiter haben aber ja also dadurch keine kleinen Unternehmen sind.

00:27:24: Das heißt also, was irgendwann mal für kleine und sehr kleinen Unternehmen gelten sollte ist jetzt eben ohne eine Abstufung auch zum Teil große und mittelgroße Unternehmen vorgesehen.

00:27:34: Und das kann nicht passen.

00:27:36: Warum kann es nicht passend?

00:27:38: Weil der Standard natürlich nur sehr stark eingeschränkte Berichtsinhalte mit sehr wenig Datenpumpen insbesondere zur Arbeitnehmerrechten- und sozialen Standards hat.

00:27:49: Also hier fehlen einfach ganz viele Informationen im Vergleich selbst zu den überarbeiteten Standards, also ESS-Standards.

00:27:59: Besonders kritisch ist eben auch dass der VSEmE Standard nahezu keine Angaben zur arbeitskräftenden Wertschöpfungskette hat.

00:28:05: aber gerade hier muss man sagen treten ja die größten Risiken und auf die schwerwiegendsten Auswirkungen auf.

00:28:11: Und der Standard sieht auch keine Wesentlichkeitsanalyse vor.

00:28:15: Damit entfallen natürlich auch zentrale Beteiligungsrechte, das hatte ich vorhin schon mal gesagt für Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften die aber in der CSRT-Richtlinie eigentlich ganz klar und ausdrücklich vorgesehen sind.

00:28:29: Und wenn dieser Standard eben zukünftig als Referenz für große und mittelgroße Unternehmen gelten sollte... Dann bleiben eben ganz, ganz wichtige Nachhaltigkeitsinformationen unzugänglich und werden nicht transparent gemacht.

00:28:42: Und das ist natürlich vor dem Hintergrund der notwendigen sozial-ökologischen Transformation absolut nicht nachvollziehbar.

00:28:49: Aber jetzt nochmal zu einer Frage von Ihnen – ich denke trotzdem dass Unternehmen trotzdem freiwillig berichten werden ob das dann nach dem Standard sein wird oder ob das irgendwie unternehmensindividuell sein wird.

00:29:02: Das kann man jetzt noch nicht sagen, weil ganz sicher werden die Unternehmen die Informationsanfragen, die sie von Investoren oder von Banken im Zusammenhang mit der Unternehmensfinanzierung.

00:29:13: Oder aber auch von berichtspflichtigen Unternehmen, die in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette sind erhalten.

00:29:21: Die werden den nachkommen um einfach Nachteile zu vermeiden.

00:29:26: Also sie wollen ja Kredite haben, die wollen auch Aufträge haben.

00:29:30: Ja also insofern glaube ich schon dass diese auf nicht berichtspflichtigen Unternehmen in irgendeiner Art und Weise berichten werden ob das über den fausen e Standard sein wird Das kann heute keiner sagen.

00:29:41: Und das ist eben auch das Risiko weil dadurch dass dieser standard so wenig passt Ist das risiko Dass er ein bisschen bedeutungslos wird relativ groß und das is insofen schlecht Weil wir dann natürlich keine harmonisierte Transparenz haben.

00:29:56: Also wir haben keine vergleichbaren Nachhaltigkeitsinformationen und das ist ja, was eigentlich passieren sollte, was auch sein wird dass die Informationen, die dann von den Unternehmen bereitgestellt werden wahrscheinlich eher ökologischer Natur als sozialer Natur sind und da entsteht dann einfach ein Ungleichgewicht.

00:30:17: Das kriege ich schwer, irgendwie mit allen Vorstellungen.

00:30:20: Alle Sachen die man nach dem Green Deal eigentlich im Gefühl hatte das ist so eine Aufbruchsstimmung und dass sich da jetzt so viel verändert und auch tut unter so viele Chancen liegen finde ich diesen Rückbau gerade schwierig zu verarbeiten.

00:30:33: Navid, Ich würde da gerne noch mal weiter mit dir drüber sprechen weil genau diesen Punkt den Alex jetzt auch nochmal zum Schluss gemacht hat Nur weil jetzt die Kommission eher in die Richtung geht zu sagen, wir wollen auf Wettbewerbsfähigkeit bauen.

00:30:47: Wir wollen die Unternehmen auch entlasten, verändern deswegen die Berichtsstandards.

00:30:51: Ist ja diese Praxis, die man vorher hatte, dass man angefangen hat schon zu berichten ist, nicht auf einmal weg und auch die Notwendigkeit zu berrichten fällt ja nicht weg.

00:31:00: Deswegen drängt sich mir die Frage auf wie wird dann dieses hin- und herr der europäischen Politik?

00:31:06: wahrgenommen und gibt es da wirklich jemanden, der davon profitiert?

00:31:10: Weil ich kann's mir kaum vorstellen.

00:31:12: Ja das ist eine sehr gute Frageländer und ich glaube man könnte jetzt etwas zünlich sagen dass vor allem die Unternehmen die aus dem Anwendungsbereich fallen sich vielleicht erst mal freuen.

00:31:21: aber ich glaube so ganz allgemein wird man der Sache meines Erachtens dann auch nicht gerecht und ich finde man kann festhalten dass das hin und her also die Planungso unsicherheit Alle Unternehmen betrifft und da leiden alle drunter.

00:31:35: unter leidet auch der europäische Wirtschaftsraum als solcher darunter, der an Glaubwürdigkeit.

00:31:41: Im Wettbewerb der Wirtschaftsräume mit den USA und China in der Vergangenheit sprach man immer vom Brussels Effekt.

00:31:48: also wir regulieren die Wirtschaft wir setzen Standards die dann ausstrahlen auf die gesamte Welt weil als gemeinsamer Wirtschaftsraum sind wir in Europa stark.

00:31:59: was wir beim Wer bei dem bei den gesetzgebungsverfahren über die wir gerade gesprochen haben in Bezug auf Nachhaltigkeit sehen ist, dass wir einen ganz großen Aufschlag gemacht haben sozusagen und dann in der Umsetzung gemerkt haben das es vielleicht etwas zu viel bürokratie war.

00:32:13: Vielleicht etwas zu aufwendig um.

00:32:14: die ganzen Unternehmen haben Alarm gemacht.

00:32:16: Und wenn man, und das tun Alexandra und ich ja regelmäßig in unserer Arbeit, wenn man dann auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmen spricht die an diesen Themen arbeiten, dann sagen wir einem dass man sich das vielleicht doch so etwas wie mit nem Pendel vorstellen könnte.

00:32:30: also das Pendel ist in Sachen Nachhaltigkeit vielleicht etwas zu weit ausgeschlagen.

00:32:35: es war man könnte auch sagen ein Hype-Thema und da ist ganz viel politisches Kapital auch reingeflossen, da war ganz viel Motivation drin Die Standards ausgearbeitet, wir haben diese Gesetzgebungsverfahren ausgearbeitet.

00:32:46: Aber die Unternehmen haben dann Panik bekommen und Angst bekommen, dass sie das alles umsetzen müssen.

00:32:50: Und das wurde in den Unternehmen auch nach oben hin kommuniziert bis auf Sie eben da.

00:32:55: Und die haben das wiederum in ihre Verbände getragen und in die Politik getragen.

00:32:59: Was wir sehen ist, dass das Pendel jetzt in die andere Richtung ausgeschlagen ist.

00:33:03: wenn mir vielleicht vorher etwas zu viel... ist jetzt etwas salopp formuliert, Nachhaltigkeit hatten oder es etwas zu detailtiv wurde.

00:33:10: Ist das jetzt definitiv in die andere Richtung ausgeschlagen?

00:33:13: So dass wir ja den durchaus vor allem aus unserer Sicht sinnvollen und transformativen Ansatz dieser Gesetzgebungsverfahren weitestgehend zunichte machen.

00:33:22: Und das kann aus meiner Sicht nicht im langfristigen Interesse auch der betroffenen Unternehmen sein.

00:33:30: Und wenn wir das jetzt alles zusammennehmen... Jetzt nochmal zusammengefasst.

00:33:35: Was bedeutet denn die Omnibus-Initiative für dieses große Ziel, die Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit umzubauen?

00:33:42: Ich würde gerne etwas ausholen und auf diese Frage zu antworten und nochmal erklären was eigentlich mit den Sustainable Finance Gesetzen erreicht werden sollte unter denen ja auch die CSRD fällt.

00:33:55: also ich hatte das Eingangs erwähnt Die Idee beruhte ja auf der Feststellung dass wir für die Transformation ganz viel Geld ganz viel Kapital brauchen Und die Haushaltsspielräume in Europa, ja eingeschränkt sind und einfach der Staat das nicht alles finanzieren kann.

00:34:11: Insofern war die Idee über den Kapitalmarkt zu gehen und dafür zu sorgen dass Kapitalmark Teilnehmer ein Anreiz haben im nachhaltige Unternehmen zu investieren so man kann und das haben viele die Gewerkschaften auch durchaus gemacht Man kann Grundlegend kritisieren das sozusagen darüber die Bedeutung der Kapitalmärkte erstmal als solcher gestiegen wäre oder steigt.

00:34:36: Das kann man grundsätzlich kritisiert, ich finde es ist aber wichtig zu verstehen was die Kommissionen vorhatte also über die Kapitalmerkte die Wirtschaft zu transformieren so und dafür gab es eine ganze Reihe angesetzen.

00:34:49: Die EU-Taxonomie über die wir heute nicht gesprochen haben ist ja ein Rahmenwerk was sozusagen die Kriterien für ökologisch... nachhaltige wirtschaftliche Tätigkeiten in verschiedenen Branchen definiert.

00:34:59: Wir haben den Sustainable Finance Directive, also die SFDA, die Verordnung, die Finanzmarkt Teilnehmer dazu verpflichtet Informationen darüber bereitzustellen wie sie mit negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen und Risiken ihrer Investition umgehen.

00:35:13: Und Sie müssen dann eben die Finanzmarkteilnehmer die wichtigsten nachteiligen Auswirkung, die sogenannten Principle Adverse... Impact offenlegen in ihren Investitionsentscheidungen.

00:35:24: Wir haben auch den IO Green Bond Standard, der den Kapitalmärkten ein freiwilliges rechtliches verankertes Label für Anleihen deren Erlöser-Taxonomie Kriterien entsprechend anbietet.

00:35:35: und wir haben ganz wichtig die CSRD, die für eine einheitliche Berichterstattung über die Nachhaltigkeitsperformance sorgen sollte.

00:35:43: das heißt dass wir hier haben es einen ineinandergreifende Investitionsarchitektur die Taxonomie definiert, was Grün ist.

00:35:52: Die SFDA regelt die Klassifizierung und Vermarktung von Finanzprodukten.

00:35:56: Und die CSID liefert die Daten über die Nachhaltigkeitsperformance der Unternehmen.

00:36:01: Sprich mit der CSID.

00:36:03: erst können Finanzmarktteilnehmer dann erkennen welche Unternehmen Grün sind?

00:36:08: Welche Unternehmen eher Braun vereinfacht gesprochen.

00:36:11: So fehlen jetzt aber diese Daten für achtzig Prozent der ursprünglich unter den Anwendungskreis fallenen Unternehmen und wird die Qualität dieser Daten so stark reduziert, wie wir es ja gerade beschrieben haben.

00:36:23: So fällt ja auch ein ganz wichtiges Glied in diese zusammenhängenden Kette raus und die gesamte Investitionsarchitektur wird abgeschwächt was im Umkehrschluss ja auch bedeutet dass die Lenkungswirkung die sich über die Transparenz vor Stiften versprochen wurde abgeschwächt wurde.

00:36:40: Und ich finde wenn man das in der Logik der Transformationsfinanzierung über den Kapitalmarkt betrachtet dann muss Kommission zumindest von ihrer Umsetzung, von dem Gedanken wie sie die Transformation umsetzen wollen.

00:36:56: Einfach ein Schritt zurück gemacht hat sozusagen und gesagt wird im klinien industrial wir wollen noch klimaneutral werden aber man kann sich ja schon die frage stellen wie wollt ihr das umsetzten?

00:37:08: Wenn an der sozusagen den Haushaltsengpässen ermittelt starten und an der Frage, wie man das ganze finanzieren soll hat sich ja nichts verändert.

00:37:16: Es ist eher noch drastischer geworden mit erhöhten Militärausgaben et cetera.

00:37:20: demografisch erwandeln sprich diese Finanzierungsfrage ist völlig unbeantwortet.

00:37:24: Und da wird auch keine Antwort darauf gegeben.

00:37:27: was wir stattdessen sehen ist dass wir jetzt die sogenannte Savings Investment Union haben.

00:37:32: Das ist das Projekt was die Kapitalmarkt Union sozusagen ersetzt.

00:37:38: Also was ich damit sagen will, ich muss da jetzt nicht tiefer einsteigen.

00:37:41: Aber die Kommission hat weiterhin verfolgt das Ziel, die Bedeutung der Kapitalmärkte als solche zu erhöhen und zu steigern.

00:37:50: aber es gibt eben nicht mehr das Ziel dafür zu sorgen dass die Kapital-Märkte auch entsprechend alle Informationen vorliegen haben um die Wirtschaft nachhaltig.

00:37:59: transformieren zu können.

00:38:00: Und das finde ich, sollte man auch sehr stark kritisieren.

00:38:05: Denn wie gesagt die Risiken in Bezug auf Nachhaltigkeit verschärfen sich eher als dass sie schwächer werden und wir haben einen ganz großen Schritt zurückgemacht wenn es darum geht wie wir den europäischen Wirtschaftsraum transformieren wollen in den nächsten Jahrzehnten.

00:38:21: Danke noch mal für eure klaren Ausführungen auch bis hierhin.

00:38:24: Ich habe schon viel mehr verstanden, als bevor ich in dieses Gespräch gegangen bin.

00:38:30: aber um jetzt auf einer vielleicht auch positiven Note enden zu können würde ich gerne am Ende nochmal darüber sprechen.

00:38:38: gibt es nicht trotz dieses großen Schritt zurück du hast das gerade ganz deutlich gesagt Navid nicht doch eine Art Silberstreismem am Horizont oder vielleicht doch Chancen Alexandra?

00:38:50: Es ist ja so, dass es Bereitsunternehmen gibt die seit ... schon freiwillig nach CSRD berichtet haben.

00:38:59: Hat sich da nicht vielleicht auch schon was verändert?

00:39:02: Auch im Klima- und Nachdenken über Nachhaltigkeit?

00:39:05: Ja also das ist eine tolle Frage Linne auf die habe ich die ganze Zeit gewartet weil ... Und ja klar!

00:39:13: Also es hat sich auf jeden Fall etwas verändert nämlich viel der Unternehmen die du gerade angesprochen hast, die eben schon freiwillig berichten.

00:39:21: Die behandelt das Thema Nachhaltigkeit oder Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht mehr nur als reines Compliance-Thema sondern zumindest im Ansatz als strategisches Steuerungsinstrument.

00:39:35: und das heißt dass das Thema nachhaltigkeit bei diesen Unternehmen einfach stärker in der Geschäftsstrategie aber auch in das Risikomanagement und auch in Investitionsentschreitungen integriert wird.

00:39:48: Und ganz konkret kann man bei einigen Unternehmen sehen, dass zum Beispiel Nachhaltigkeitsziele stärker mit der Unternehmensstrategie verknüpft werden.

00:39:56: Dass ESG KPI sowohl ökologische als auch soziale häufiger in den Management-Dashboards auftauchen und das das Management von Nachhaltigkeit risiken in einigen unternehmen immer stärker wird mit den originären Risikomanagement Prozessen harmonisiert wird.

00:40:13: Ich finde, Beachtliche Veränderungen, also sehr sehr positiv.

00:40:18: Leider eben nicht flächendeckend würde ich sagen aber im Ansatz absolut erwähnenswert.

00:40:25: Viele Unternehmen haben ja auch eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt.

00:40:28: Also in Prinzip alle die freigelegt berichtet haben haben eine doppelte wesentliche Analyse durch geführt und dabei eben auch sehr viele wesentlichen IROs, also Impacts Risks & Opportunities, also Risiken Chancen und Auswirkungen identifiziert die vorher noch keiner auf dem Schirm hatte und eben die nur durch diese zusätzliche Transparenz zukünftig auch gesteuert werden können.

00:40:51: Und ein weiterer deutlicher Unterschied zu früheren Nachhaltigkeitsberichterstattung ist eben auch der Blick auf die Lieferketten, da sieht man schon das Beschaffungsprozesse in ganz vielen Unternehmen nicht mehr nur nach den Bestkostkriterien also sozusagen gesteuerd werden sondern eben auch zunehmend nach ökologischen und sozialen Impacts ausgerichtet werden.

00:41:14: Das Ding ist diese Veränderungen, die haben gerade erst angefangen und die Unternehmen merken ganz langsam dass sich eben aus der Umsetzung dieser Prozesse nicht nur bürokratische Aufwand und Kosten ergeben sondern eben auch viele Chancen und zum Teil eben auch Kostenvorteile ergeben können.

00:41:33: umso bedauerlicher ist, dass sich sozusagen diese allgemeine Stimmung ein bisschen gedreht hat.

00:41:39: Weil da hätte es jetzt eigentlich eher noch mal einen positiven Pushback gebraucht, um das sozusagen weiter zu katalysieren.

00:41:47: Aber wie gesagt wir sehen diese Veränderungen in den Unternehmen die ja gerade in der Umsetzung sind und das finde ich auch ein sehr sehr positives Signal.

00:41:56: trotz

00:42:01: Dann lass uns doch dieses Gespräch vielleicht mit einem Schlussappell an unsere Hörerinnen und Hörern enden lassen, weil Navid du hast es schon gesagt.

00:42:10: Dieser Kurswechsel steht ja vor dem Hintergrund dass sich bestimmte Parameter wie der Klimawandel oder Menschenrechtsrisiken nicht verändern.

00:42:19: die sind da ob man jetzt die Berichterstattung endet oder nicht.

00:42:22: was würdet ihr dann aufsichtsreten abschließend sagen?

00:42:25: Vielleicht, wie wichtig bleibt das Thema denn kurz, mittel und langfristig?

00:42:29: Auch wenn die Politik sich verändert muss man da vielleicht ja als Arbeitnehmerin Vertreterinnen noch anders dran bleiben.

00:42:37: Also ich würde ganz konkret den Aussicht treten und gerade den Arbeitnehmervertretern in den Aufsichtsräten eben ans Herz legen an den Themen daran zu bleiben im Bezug auf Nachhaltigkeit und die Kanäle die ihn zur Verfügung stehen zu nutzen, um auch immer wieder auf die Bedeutung dieser Themen hinzuweisen.

00:42:53: Das betrifft natürlich gerade die Unternehmen, die jetzt auch im Anwendungsbereich der verschiedenen Gesetzgebungsverfahren noch drin bleiben natürlich und würde nochmal betonen wie wichtig das Thema auch strategisch in der Zukunft für Unternehmen sein kann.

00:43:08: Und wir sehen das grade schon aktuell wenn wir über das Thema Lieferkette sprechen und wir sehen dass sich Unternehmen viel stärker strategisch auch mit ihren Lieferketten auseinandersetzen.

00:43:20: Das machen sie nicht zwingt aktuell wegen Menschenrechtsverletzungen, sondern aufgrund der veränderten geopolitischen Lage und den erhöhten geopolitische Risiken.

00:43:29: aber nichtsdestotrotz sehen wir ja dass es dort eine neue Auseinandersetzung mit diesem Thema gibt und ich glaube das kann es bei vielen Nachhaltigkeits Themen in Zukunft geben, denn wie du richtigerweise gesagt hast die Risiken bleiben.

00:43:40: Der Klimawandel schreitet voran.

00:43:42: Menschenrechte werden auch in Zukunft wichtig sein und die gilt es auch in der Zukunft zu schützen.

00:43:47: Und insofern würde ich nochmal die Bedeutung des gesamten Themas

00:43:51: untermauern.".

00:43:52: Und Alex Du hast ja im Verlauf das Gesprächs immer wieder gesagt dass es jetzt an vielen Punkten auch an der Arbeitnehmerinvertretung ist sich da aktiv bei dem Thema einzubringen.

00:44:03: kannst du abschließend noch mal Vielleicht konkrete Ansatzpunkte für die Mitbestimmungsakteurinnen nennen, die sie vielleicht aus diesem Gespräch mitnehmen können.

00:44:13: Also das Wichtigste ist dass sich Arbeitnehmervertretierinnen und Gewerkschaftsvertreter überhaupt proaktiv einbringen weil anders wird es nicht funktionieren.

00:44:24: Die CSRD-Richtlinie und die dazu gehörigen Standards also die ESRS Standards, die betonen ja auch ausdrücklich die Beteiligung von Stake Holdern Insbesondere von Arbeitnehmer, Vertreterinnen und Gewerkschaften.

00:44:36: Zum Beispiel eben durch die Möglichkeit einer Stellungnahme zur Berichterstattung oder mit der Beteiligung an der Wesentlichkeitsanalyse im Rahmen der Identifikation von Schalmwesigen und Auswirkungen.

00:44:49: Und diese Möglichkeiten sollten Aufsichtsräte auf jeden Fall aktiv einfordern weil man nicht unbedingt davon ausgehen kann dass das Unternehmen auf uns zukommt.

00:45:00: Gleichzeitig ergeben sich aber auch aus dem allgemeinen Überwachungs- und Beratungsauftrag des Aufsichtsrates weitere wichtige Ansatzpunkte, wie zum Beispiel im Rahmen der Strategiediskussion in dem man hier einfach strategisch relevante Nachhaltigkeitsthemen adressieren kann, Fragen dazu stellen können.

00:45:18: oder aber auch bei der Überprüfung der Wirksamkeit des Risikomanagementssystems.

00:45:22: Auch da gibt es Ansatzpunkte, wo man einhaken kann sind Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt, sind die Systeme harmonisiert und eben bei der Prüfung einer Nachhaltighatsberichterstattung, die ja auch in der Verantwortung des Aufsichtsrats geht.

00:45:36: Das sind eben praxisrelevante Ansatzpunkt für Arbeitnehmervertäterinnen um insbesondere Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern.

00:45:47: Und die sollte man ja versuchen, zu nützen, wo immer es geht!

00:45:52: Dann bedanke ich mich bei euch beiden für dieses interessante Gespräch und dann müssen wir jetzt wohl abwarten in welche Richtung das Pendel nach dieser Omnibus-Initiative schwingt und wir werden uns sicher zu einem Update in Zukunft wiederhören.

00:46:05: Danke euch!

00:46:05: Gerne!

00:46:06: Ja danke dir!

00:46:07: Tschüss!

00:46:08: Bis bald

00:46:11: An dieser Stelle noch mal Danke an Navid und Alex für dieses spannende Gespräch.

00:46:16: Und auch nochmal so dieses Ja, dahinter schauen hinter europäische Politik und das auch nochmal mit so einem sehr analytischen Blick einmal aufgedröselt zu bekommen.

00:46:25: ich fand es ja sehr spannend und wer sein Wissen vertiefen möchte zu dem Thema der hat im Mai die Gelegenheit oder?

00:46:32: Genau, wir haben wie immer den Seminartipp der Folge dabei.

00:46:36: Und zwar findet am zwölften Mai und am dreizehnten Mai das Böckler Online-Seminar für Aufsichtsräte zur CSRD Nachhaltigkeitsberichterstattung statt.

00:46:45: Auch passend zu dieser Folge gemeinsam mit Alexandra Schädler und Navid Ameli.

00:46:50: die beiden sprechen darüber welche Ansatzpunkte es gibt von Wesentlichkeitsanalyse bis zum Nachhaltighatsbericht.

00:46:55: Wie gesagt, das Seminar findet online statt.

00:46:57: Letztes auch noch mal ein Argument zur Teilnahme für den einen oder anderen und zwar jeweils vor neun bis dreizehn uhrdreißig an den beiden Tagen.

00:47:04: Damit sind wir am Ende dieser Folge angekommen und können uns für den April verabschieden und hören uns dann im Mai wieder, oder?

00:47:11: Yes!

00:47:11: Wünschen vor Ostern

00:47:13: Ja

00:47:14: Und ich glaube, wir können an dieser Stelle schon verraten dass das auch was mit dem großen Double-Jugiläum zu tun hat, oder

00:47:20: Genau so ist es.

00:47:21: Ihr dürft also gespannt bleiben

00:47:23: Dann hören wir uns bald wieder Kosi, bis zum nächsten Mal.

00:47:26: Bis zum nächsten mal!

00:47:26: Ciao

00:47:38: Linda!

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