Special: Kulturwandel, Wettbewerbsfähigkeit und Local Content – Interview mit Jürgen Kerner

Shownotes

Jeden Monat verlieren wir in Deutschland rund 10.000 Industriearbeitsplätze, im Jahr 2025 waren es sogar 177.000. Der Krieg im Iran lässt die Energiepreise noch weiter steigen und die Wirtschaftsforschungsinstitute lassen gerade so auf eine moderate, aber fragile Erholung der deutschen Wirtschaft hoffen. Ob man es Rezession oder Krise nennen will: Allen ist klar, die deutsche Wirtschaft steckt in der Klemme. Unklar ist aber: Wie kommen wir da wieder raus?

Im Rahmen der Böckler-Konferenz 2026 konnte Moderatorin Linda Achtermann bei Jürgen Kerner, dem Zweiten Vorsitzenden der IG Metall und Arbeitnehmervertreter in verschiedenen Industrie-Aufsichtsräten, nachfragen. Das Interview behandelt verschiedenste Themen rund um Industriepolitik und Aufsichtsratsarbeit, darunter Kulturwandel im Aufsichtsrat, Narrative rund um Lohnstückkosten oder seine wichtigsten Empfehlungen an die Bundesregierung.

Links: Tagungsbericht Böckler-Konferenz 2026

Foto: IG Metall

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:14: Seit der Corona-Pandemie sind über dreihunderttausend Industriearbeitsplätze verloren gegangen.

00:00:18: Der Krieg im Iran hat die Energiepreise immer weiter steigen lassen, Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft wurden immer weiter nach unten

00:00:25: korrigiert.

00:00:26: Ob man es jetzt Rezession oder Krise nennen will?

00:00:28: Einen ist klar – Die deutsche Wirtschaft steckt in der Klemme!

00:00:32: Und klar ist aber, wie kommen wir da eigentlich wieder raus?

00:00:35: Darüber sprechen wir heute hier auf der Böckler Konferenz für Aufsichtsräte mit Jürgen Kerner.

00:00:39: Erst zweiter Vorsitzender der größten freien Industrie-Gewerkschaft der Welt – der EGMetal!

00:00:44: und Aufsichtshratsmitglied bei den Big Playern in der Industrie, z.B.

00:00:48: Tyssenkrupp oder Siemens.

00:00:50: Wir wollen dich fragen heute, wie sieht denn eine gute Industriepolitik von morgen aus?

00:00:54: Aber bevor du das beantwortest erst mal herzlich willkommen beim Fokusaufsichtsrat.

00:00:58: Dankeschön, bin gerne hier.

00:01:00: Sehr schön!

00:01:01: Du kommst ja gerade direkt vom Panel, wir haben mich quasi abgegriffen hier zu uns ins Podcaststudio.

00:01:06: da ging es auch um eine unternehmensführung nachhaltige Unternehmenschwörung der Zukunft.

00:01:11: was nimmst du denn von dieser Veranstaltung mit und von diesen Panelfirmenbräusern?

00:01:16: Ich nehme mit, dass das Thema Nachhaltigkeit kein kurzfristiger Trend ist.

00:01:21: Sondern nachhaltigkeit ist was wir eigentlich immer schon hatten – ja?

00:01:25: Wir hatten es vor ein paar Jahren neu definiert, vor allem des Themas der ökologischen Nachhaltigkeits-, aber für uns Gewerkschafterinnen Gewerksamkeit das Thema soziale Nachhaltigkeiten genauso wichtig und ich glaube, dass wir bei allen Druck unter dem wir stehen diese Themen auch nach vorne weiter hin im Fokus haben müssen.

00:01:41: Aus meiner Sicht sind sie auch Teil, ob Unternehmen erfolgreich sein können oder nicht erfolgreich.

00:01:45: aber es ist mehr als ein Geschäftsmodell Nachhaltigkeit die lange Linie und das ist glaube ich was für Aufsichtsräte wichtig ist.

00:01:55: Über die lange Linie sprechen wir gleich noch.

00:01:57: Ich möchte gerne jetzt aber erst mal über dich und deine verschiedenen Ämter, die du ja begleitest, sprechen.

00:02:02: Ich hab schon gesagt, du bist zweiter Vorsitzender der EGM Metall.

00:02:04: Du sitzt aber auch in verschiedenen Aufsichtsräten zum Beispiel bei Siemens Energy oder Tüssengruppe Steel Europe.

00:02:10: Da bist du sogar Vize-Chef wenn ich es richtig habe im Aussichtsrat?

00:02:14: Du nix!

00:02:15: Ich frag mich ist das diese Doppelrolle die du da hast?

00:02:19: Einmal Zweiter Vorsitzer beinahe Gewerkschaft dann in Aufsicht zu reden?

00:02:24: Eine Doppelrolle, die dir erstens bewusst ist und vielleicht auch irgendwas mit dir macht.

00:02:28: Macht dir was Besonderes?

00:02:30: Diese Dopplerolle ist mir bewusst, macht sie etwas mit mir ... Eigentlich nein.

00:02:37: muss gestehen, dass ich da immer jemand bin der einerseits mit viel Mut aber auch mit viel Demut in diese Aufgaben reingeht.

00:02:45: Meine Hauptaufgabe bei der IG Metall is Industriepolitik.

00:02:48: Wie kann nicht Industriearbeit diesem Land verankern?

00:02:53: Tiefgang durch einzelne Unternehmen?

00:02:55: unheimlich wichtig, weil da wird ganz schnell deutlich funktionierend theoretische Ansätze in der Praxis.

00:03:02: Oder was nämlich in der praxis war über die Aufsichtsräte wo ich sage das passt für uns als Gewerkschaft oder müssen wir dagegen halten?

00:03:09: und deswegen ist es kein Gegensatz aus meiner Sicht sondern eigentlich eine gute Ergänzung.

00:03:14: Und ich bin auch fest überzeugt, dass es auch für die Unternehmen gut ist.

00:03:18: Dass wir nicht nur unsere betrieblichen Kollegen und Kollegen in den Aufsicht treten haben sondern auch jemand von der Gewerkschaft wo auch klar ist das sein Job auch ist, dass er ab und zu Positionen vertritt, die über das Unternehmen hinausgehen ja?

00:03:30: Und daran muss sich ein Unternehmen, wo ich mit dem Aufsichtsrat bin auch mit messen lassen.

00:03:35: Ja und von dem her Es ist herausfordernd weil ich natürlich eine besondere herausgehobene Rolle habe.

00:03:41: Ist es ein Widerspruch aus meiner Sicht?

00:03:42: nein

00:03:43: Wenn ich dich richtig verstehe, genau kein Gegensatz.

00:03:46: Sondern eine Ergänzung.

00:03:48: würdest du sagen dass dich einmal die Aussichtsratsmitgliedschaft vielleicht zu einem besseren zweiten Vorsitzenden macht?

00:03:54: Also auch der Vorsitz bei der IG Metall zu einem besseren Aussichtsratsmitglieder?

00:04:00: Nein!

00:04:00: Ich glaube immer das dieses Besser ist die falsche Definition.

00:04:05: Es unterstützt im Endeffekt die verschiedenen Tätigkeiten und ich halte es für ein großes Potenzial.

00:04:09: Und eine große Möglichkeit auch, dass das ich in dieser Rolle in unterschiedlichsten Unternehmen aufsichtsratz setzen kann.

00:04:16: Und damit kann man auch im Endefekt.

00:04:18: gute Botschaften, gute Ideen von einem Unternehmen ins andere transportieren ja?

00:04:22: Man kann auch gute Ideenaussehnunternehmen rausziehen um die dann wieder geballt über den Begriff Industriepolitik oder Branchenarbeit anderen zur Verfügung zu stellen.

00:04:31: Und vor allem ist es eigentlich ein großes Privileg beide Ämter letztendlich ausüben zu können, Aufsichtsratsmitglied zu sein.

00:04:37: Aber auch natürlich zweiter Vorsitzender IG Metall ist das eine coole Organisation!

00:04:42: Wenn man Menschen erklären möchte warum es wichtig ist dass es auch Arbeitnehmer in Vertretern und Aussichtsräten gibt dann ist es, glaube ich immer einfacher das Pferd so ein bisschen von hinten auf zu zäumen und zu zeigen.

00:04:54: was würde denn passieren wenn es die nicht geben würde.

00:04:56: Und da würde ich gerne mit dir über das Beispiel Thyssenkrupp sprechen.

00:05:00: Es sind jetzt schwierige Jahre die hinter diesem Konzern und auch der Belegschaft liegen und jetzt auch noch mal neue Herausforderungen die sich auftun.

00:05:07: vielleicht kannst du einmal aus deiner Sicht beschreiben wie wären denn die letzten jahre gelaufen wenn's nicht diese Stärke der Arbeitnehmer in Seite im Aufsichtsrat gegeben hat?

00:05:15: Was bedeutet das vielleicht für die Zukunft?

00:05:17: auch

00:05:18: Tüssen-Grupp ist natürlich ein Symbol für ein langes Industrieunternehmen mit einer langen Tradition oder Mitbestimmung im Aufsichtsrat, in den Aufsichtshreten der Teigkonzerne.

00:05:29: Tüßen-Gropp hat aber allerdings auch in den letzten zehn Jahren massive Schwierigkeiten gehabt – das weiß auch jeder!

00:05:34: Es war zu wenig Geld da um alle Geschäfte nach vorne zu entwickeln und deswegen war klar man muss den anderen Weg gehen.

00:05:42: Über lange Zeit war die Stiftung eigentlich so'n Anker.

00:05:46: Die Stiftung definiert ihre Rolle jetzt anders und von dem her glaube ich, dass die stabile Seite ohne das aus meiner Sicht bewahrend wirken darf ist die Arbeitnehmerseite.

00:05:57: Wir stehen voll konstanz gerade bei Trüssen.

00:05:59: Wir haben Aufsichtsratsvorsitzende und Manager kommen und gehen sehen.

00:06:02: Die einzigen, die bleiben müssen zwangsweise sind die Beschäftigten und damit auch die Vertreter der Beschäftigten.

00:06:08: Und wir haben immer wieder signalisiert, wir sind für eine Veränderung bereit Aber natürlich auch nur für Veränderungen, wo wir eine Idee mitentwickeln.

00:06:14: Was heißt denn diese Veränderung?

00:06:16: Für Menschen, für Beschäftigte und Arbeitnehmer.

00:06:19: Und von dem her wären viele Sachen bei Tristan anders gelaufen wenn wir nicht da waren.

00:06:24: auf der anderen Seite muss man deutlich sagen, Tristan steht inzwischen für den Konzern, der die Doppelstimme zieht, wenn es sein muss.

00:06:31: aus meiner Sicht was ganz verheerendes.

00:06:35: ja weil die Möglichkeit eine Doppeltimme zu ziehen Ich würde es mal gleichsetzen, das ist wie die atomare Abschreckung.

00:06:42: Man weiß dass es die gibt aber man darf sie nie einsetzen.

00:06:45: und der Szene der Doppelstimme hat die Mitbestimmungskultur bei Tüssengruppe nachhaltig verändert und zwar auf beiden Seiten.

00:06:52: meine Seite überlegt warum sollen wir Kompromisse machen in zwei Bestimmen die doch eh durch?

00:06:57: Und die andere Seite sagt Warum soll man auf die Arbeitnehmer hören Wir können's ja eh machen.

00:07:02: Eigentlich wird völlig vergessen, was unsere Stärke auf der Arbeitnehmerseite ist.

00:07:06: Unsere Stärke ist dass meine Kollegen in der Regel immer besser wissen, was im Unternehmen wirklich passiert als die Manager und wir die externen von der Gewerkschaft.

00:07:15: Wir bringen den Blick aus der Gesellschaft, aus der Branche mit rein und das ist eigentlich eine gute Ergänzung zu dem Blicken, die die Anteils eigener Vertreter haben.

00:07:23: Wenn man aber das auf Spiel setzt und sagt wir diskutieren, miteinander können durchziehen dann geht viel dieses deutschen Mitbestimmungsmodell verloren.

00:07:32: Deswegen glaube ich, wir haben viel erreicht bei Thyssen-Grupp.

00:07:34: Aber der Konzern steht aus meiner Sicht auch für eine große Fehlentwicklung.

00:07:38: Wer die Doppelstimme zieht macht Unternehmen nicht

00:07:41: erfolgreich.".

00:07:42: Das finde ich nochmal total spannend.

00:07:44: zu dem Öffnungsimpuls den Daniel Haiforhin gegeben hat.

00:07:47: Genau das hat er noch mal angesprochen – wie du es jetzt gerade beschrieben hast.

00:07:54: so Dialog verhindert?

00:07:56: Versteh ich total.

00:07:57: Wenn man denkt, die ziehen eh durch ... Dann muss man sich auch anders in Gespräche begeben und aufdrehen.

00:08:03: Ja?

00:08:04: Wenn wir von der deutschen Schaleindustrie den Blick weiten wollen, weil nicht nur da gibt es Problemfelder sondern auch in vielen anderen Branchen, wo würdest du sagen, das ist jetzt dir überlassen, ob du das kurz beantworten kannst?

00:08:19: Wo man in der deutschen Industrie noch von Krisen sprechen kann, kann man das überhaupt noch oder gibt es eigentlich viel mehr so ... Kipppunkte, wo wir uns eine neue Realität gewöhnen müssen.

00:08:29: Kipp Punkte und Krisen sind ja oft ein fließender Übergang.

00:08:32: Ich glaube, wir haben natürlich große Branchen für die in Deutschland eine hohe Relevanz haben, die auch für den Erfolg dieses Landes stehen, die sich im grundlegenden Krisen befinden – das ist die Autoindustrie, das ist der Maschinen- und Anlagenbau, das isst die energinensive Industrie wie Stahl und Aluminium.

00:08:48: Da sind die Herausforderungen auch übrigens sehr unterschiedlich.

00:08:50: Das eine ist in den Energiekosten, im Maschinenanlagenbau ist China technologisch jetzt auf unseren Standen, da müssen wir einfach wieder besser werden.

00:08:57: Da helfen Energiekosten billige gar nichts.

00:08:59: und bei Auto geht es nicht nur um das Thema Elektro sondern es geht auch um autonomes Fahren Es geht auch über das Thema Entertainment im Auto also eigentlich auch wieder Technologie fragen wo wir besser werden müssen.

00:09:10: Wir haben aber auch glaube ich nach wie vor Branchen diesem Land wo wir äußerst erfolgreich sind Medizintechnik Die Luftfahrt, die zivile Luftfahrts.

00:09:18: Es geht um das Thema Raumfahrt.

00:09:20: sind wir auch erfolgreich?

00:09:21: ja es geht um des themaobahnindustrie.

00:09:23: ja das heißt wir haben schon Branchen aber natürlich die großen Branchen die für diesen exportweltmeister stehen maschinenanlagenbau auto hammer krisen und deswegen glaube ich ist es wichtig dass wir überlegen wie können zukunftsmodelle für diese branche aussehen Auch wenn sie natürlich vielleicht nicht mehr der Beschäftigungsmotor sein werden wie in den letzten vergangenen Jahren.

00:09:43: Ist es ein Kipppunkt?

00:09:44: Ja, weil wir wahrscheinlich noch mal über Wachstummi zum Branchen reden.

00:09:48: ist das aber trotzdem notwendig die zu stabilisieren?

00:09:50: ja weil Sie sind systemrelevant.

00:09:53: Aber wir müssen auch wieder mehr dem Blick in die Breite richten.

00:09:56: Die Stärke von Deutschland ist eigentlich dass wir eine Industriebreite haben wie wenig andere Industrieländer auf der Welt.

00:10:02: Wir haben den Fokus oft nur auf einzelne Und jetzt ist dabei wichtig, dass wir diesen Fokus weiten und Wachstumchancen in anderen Branchen ausnutzen.

00:10:12: Bevor wir gleich nochmal auf die Strategien für die Zukunft kommen möchte ich mit dir noch mal einen Blick darauf lenken was oft als Bedingungen, warum Industrie in Deutschland abwandert auch gesehen wird.

00:10:25: Eine Argumentationslinie die er immer gerne hervorgebracht wird und auch in vielen Podcasts in denen wir haben im Vorfeld drüber geredet wo du jetzt in letzter Zeit so zu Gast warst.

00:10:33: da habe ich mich natürlich durchgehört weil ich mich vorbereiten wollte Und nicht selten hast du dich im Gesprächen wieder gefunden wo es entweder darum ging ist Streiken eigentlich noch eine gute Idee wenn es Deutschland zu schlecht gibt oder deutschen Industrie und was mit Streichsein hergeht die Forderung nach mehr Lohn.

00:10:49: Also diese Argumentationen, wir haben die Lohnkosten in Deutschland sind einfach zu hoch und da müssen wir eigentlich angreifen um wieder interessanter für Industrie zu sein.

00:10:58: Erste Frage kannst du diese Argumentation noch hören?

00:11:02: oder zweite Frage noch viel wichtiger was setzt du jemand gegen?

00:11:06: Ich kann es eigentlich, wenn die ehrlich bin, nimmer hören.

00:11:08: Weil diese Debatte eigentlich ein Schlag ins Gesicht ist der Menschen jeden Tag zum Arbeiten gehen.

00:11:13: Man hat ja oft das Gefühl unsere Beschäftigten sind zu faul, sie sind so teuer und so unflexibel und so oft krank.

00:11:20: Und natürlich gibt's einzelne Auswüchse will ich gar nicht wegdiskutieren Aber die meisten Menschen in diesem Land stehen sehr früh auf, sind sehr flexibel.

00:11:28: Es gibt Millionen von Menschen, die arbeiten Vollzeit und können davon nicht leben.

00:11:32: und all diese Themen Es ist die falsche Diskussion.

00:11:37: Es ist vielleicht eine Diskussion, die man sich angucken muss wenn es um den Sozialstaat geht und da kann man vielleicht das ein oder andere diskutieren.

00:11:44: aber wenn wir uns über den Industiestandort Gedanken machen dann ist die Frage der Löhne und der Arbeitszeit nicht das Entscheidende.

00:11:51: Das Entscheidende ist zum Beispiel die Produktivität.

00:11:54: Unsere hohen Löhne der Methanelektroindustrie waren immer dadurch gerechtfertigt, weil wir eine hohe Produktivität haben.

00:12:00: Und ja, wir haben aktuell eine Schwäche bei der Produktivität.

00:12:03: Diese Debatte kann man mit uns führen!

00:12:05: Wie werden wir wieder produktiver?

00:12:07: Wir wären aber nicht produktiver wenn wir alle nur pauschal auf dem Papier länger arbeiten.

00:12:12: Wir sind ehoflexibel, sondern müssen eher überlegen was sind Hindernisse?

00:12:17: und wenn wir zum Beispiel die Industrie immer jammert diese Bürokratie in diesem Land.

00:12:21: Dann bin ich auch dafür, dass jeder Manager der das ausspricht mal anschaut welche Bürokrate die übrigens Produktivität frisst wir in den Unternehmen haben.

00:12:30: Wir beschäftigen viel zu viele Menschen mit irgendwelchen Prozessen Mit Formularen und Vordrucken mit Verwaltung.

00:12:36: Das ist unproduktiv Und da sind wir Deutschen übrigens auch Weltmeister Ja?

00:12:40: Und deswegen eine Debatte über Produktivität.

00:12:43: ja Eine Debatte Wie kriegen wir möglichst schnell neue Entwicklung Neue Ideen auf die Straße?

00:12:49: Ja, sind Belegschaften bereit sich schnell zu qualifizieren.

00:12:53: Solche Debatten ja!

00:12:54: Sind auch nicht unbedingt immer Einfachheiten vor uns weil die Menschen wenn wir ehrlich sagen Qualifizierung ist wichtig aber wenn es den einzelnen trifft wird schon immer schwierig.

00:13:04: Aber das wäre eine Debatte die würde ich mir wünschen.

00:13:06: und diese Debatte Wir sind so teuer, wir arbeiten so wenig wie sie sind zu faul Es ist zu populistisch, es is Bildzeitungsstil Und dass ist netters.

00:13:14: was die Menschen und dieser Industriestandard verdient haben

00:13:17: bringt ja auch Arbeitnehmerinnen, Vertreter immer wieder in die Rolle der Verhinderer.

00:13:22: Wir wollen jetzt hier nur unseren Standard halten und wollen gar nicht in die Zukunft schauen.

00:13:27: Da ist mir eine Schlagzeile über den Weg gelaufen, die ich gerne noch mal mit in dieses Interview bringen wollte.

00:13:31: Und zwar habe ich bei Pioneer neulich ein Artikel gelesen, der getitelt hat, die IG Metall hätte einen Ökonomiedefizit.

00:13:39: Ihr würdet zu wenig Ökonomen beschäftigen um wirklich strategisch überhaupt an dieser Situation agieren zu können.

00:13:46: Was entgegnest du solchen Schlagzeilen?

00:13:48: Die Schlagzeit hat jemand geschrieben, der mal bei der IG Metall beschäftigt war.

00:13:53: Und zu seiner Zeit gab es eine Wirtschaftsabteilung.

00:13:56: und wenn man jetzt natürlich dann einfach den Drei-Satz nimmt oder die Wirtschafts-Abteilungen gibt's nicht mehr damit, gibt's auch keine Ökonomen kann man vielleicht zu diesem Schluss kommen.

00:14:04: wir haben dem ehemaligen Kollegen aber auch erklärt dass wir nach wie vor Ökonomen beschäftigen.

00:14:08: in meiner Industrie Politik Abteilung ich kann gar keine Industriepolitik und Branche Arbeit machen ohne Ökonom.

00:14:14: oder an der Grundabteilung der EGMETAL arbeiten die Ökonomen.

00:14:16: Das heißt, ich glaube wir haben da schon einen Blick drauf und wir haben auch einen engen Draht zu unseren Instituten bei der Stiftung wo wir uns auch ergänzen.

00:14:24: also auch das glaube ist das Bild so einfach gemalt.

00:14:27: weil es die Fachabteilungen immer gibt fehlt die Kompetenz bei der EGEMETAL.

00:14:31: Wir haben nach wie vor eine ökonomische Kompetence ansonsten kann man gar keine Industriepolitik machen.

00:14:38: Ich musste auch, also für müde Schmunzeln ist gar nicht das richtige Wort.

00:14:41: Aber

00:14:42: ich war sehr verblüfft über diesen Artikel und hab mich gefreut dass wir drüber sprechen können.

00:14:45: was jetzt gerade auch noch mal gesagt ihr steht auch im engen Kontakt mit der Stiftung.

00:14:49: Wir sind ja heute hier auch beim IMU Und bei der Hans-Böckler-Stiftung.

00:14:53: Da is mein Verständnis als jemand der ja doch als Journalistin dann von außen drauf guckt, dass die Hans-Böckler-Stiftung ... Da gab's ja auch den Vorwurf.

00:15:02: Die kann sich gar nicht mehr als Think Tank verstehen, weil es diese ökonomische Perspektive gar nicht geben würde.

00:15:09: Würde ich erst mal in Frage stellen.

00:15:11: Aber für mich ist so was wie die Hansböcklerstiftungen einfach ein Think Tank für die Gewerkschaften?

00:15:17: Ja

00:15:17: und das ist ein Think tank, den wir gemeinsam mitfinanzieren.

00:15:21: Auch über der Abführung über die Aufsichtsratztandemeln Und gerade was das Thema Blickner von Mitbestimmungsstrukturen der Zukunft.

00:15:30: Branchenanalysen, ganz wichtiger Punkt für gute Industriepolitik.

00:15:33: Läuft machen wir alles zusammen mit der Stiftung?

00:15:36: Das sind wertvolle Sparringspartner und ich nehme auch wahr wenn jetzt die Mitbestimmungserausforderungen in den Unternehmen immer größer werden.

00:15:44: Dann sind die Kollegen der Stiftung nicht nur jemand, der theoretisch was formulieren kann.

00:15:49: Sondern sie stehen auch praktisch an unserer Seite und überlegen wie können wir Lösungen nach vorne finden um mitbestürmungsrechte Mitbestimmuskultur ganz gezielt in diesem ein Unternehmen zu erhalten und weiterzuentwickeln?

00:16:01: Und deswegen bin froh dass wir die Kolleginnen und Kollegen der stiftung und der instituten unsere seite haben.

00:16:06: Ich finde, was man da jetzt bei den Themen, die wir so angetippt haben total merkt ist das es an gewissen Punkten manchmal fast wie so ein Übersetzungsproblem gibt und auch dieser Tendenz für Klickzahlen zu verkürzen.

00:16:18: So ich arbeite auch für den RBB.

00:16:20: Auch ich kenne dass wenn wir Titelgenerieren für Podcast folgen wo man sagt Was knallt jetzt hier besonders?

00:16:26: Irgendwo verstehe ich die Kollegin schon aber kann man schon hinterfragen, was man für ein Bild damit zeichnet.

00:16:31: Und das gibt es jetzt nicht nur in der Presse.

00:16:33: Ich finde so etwas findet man auch in der Politik und ich habe in einem Interview von dir gehört, dass du gesagt hast... Du wünschst dir in der Politik manchmal eigentlich mehr Praktikerinnen?

00:16:42: Weil oft Politiker gar nicht so richtig verstehen, was gehört denn zur Unternehmensführung dazu.

00:16:46: Kannst du das nochmal ausführen vielleicht auch auf die aktuelle Lage?

00:16:50: Ja wenn ich das runderbreche diese Diskussion zum Beispiel um den acht Stunden Tag.

00:16:54: ja jeder der in einem unserer Industrieunternehmen unterwegs ist weiß dass es eine Scheindebatte ist.

00:16:59: Die Menschen arbeiten hoch flexibel.

00:17:01: Der Acht-Stunden-Tag is ne Referenzgröße für die Arbeitszeitmodelle und die Bezahlung für arbeitsmedizinischen Gesundheitsschutzthemen.

00:17:09: Aber wir arbeiten hoch flexibel, es ist eine Scheindebarte aus meiner Sicht.

00:17:13: Wenn ich mir angucke das Thema der Energiekosten und da weiß ich dass die Politik sich anstrengt aber die Herausforderungen in den Betrieben sind einfach noch mal größer wenn's um die Frage geht wie schnell sind Genehmigungszeiträume?

00:17:26: Ist es auch wichtig mal dem Blick in die einzelnen Unternehmen zu richten und wenns drum geht zu diskutieren Ja, wie kann denn im Endeffekt... Wie können wir diese Transformation, keiner kann ja dieses Wort mehr hören.

00:17:40: Aber diese Veränderung in eine nachhaltige Produktion, wie können wir das schaffen?

00:17:44: Dass auch der Politik klar ist wenn sie in Berlin und Brüssel politische Rahmenbedingungen setzt was heißt es für die Unternehmen?

00:17:51: Und was müssen wir dann da auch Schritt vor Schritt machen damit es dann aufgehen kann dass es auf unternehmerischer Ebene aufgehen könnte und da wünsche ich mir einfach mehr Praktiker die auch vor Ort einfach wissen, wie funktioniert ein Unternehmen.

00:18:04: Ich packe mich aber an die eigene Nase – die Hauptamtlichen und die Ehrenamtlichen der Gewerkschaft, die in Stadtreden, in Landesparlamenten oder auf Bundesebene sitzen ist auch sehr überschaubar!

00:18:14: Und deswegen müssen alle gesellschaftlichen Gruppen wieder nicht nur über Politik reden, sie müssen auch in die Politik rein.

00:18:24: Und das ist ja auch Teil deines Aufgabenfeldes, gerade als zweiter Vorsitzender.

00:18:28: Auch jetzt hier an ... Das Interview hast du einen Anschlustermin und fährst noch mal ins Arbeitsministerium bis also tagtäglich in so einer gewissen Übersetzerrolle.

00:18:37: Also bei welchen Themen musst du denn aktuell besonders übersetzen?

00:18:41: Letzte Woche im Freitag warst du ja ... Gab's ja den Stahlaktionstag.

00:18:45: da wart ihr vom Brandenburger Tor.

00:18:47: Was sind für dich die brennenden Themen?

00:18:50: Ich glaube, die Hauptübersetzung in Richtung Politik ist die Geschwindigkeit, die wir brauchen.

00:18:56: Politik braucht oft sehr lange Abstimmungsrunden über den Ministerien und über die Fraktionen.

00:19:02: Die Handlungsstädte müssen finanziert werden.

00:19:05: Da gibt es wieder andere Themen, die man beachten muss.

00:19:08: Das heißt, Politik ist oft sehr langsam unterwegs.

00:19:10: Obwohl die Politik das Gefühl hat sie sind sehr schnell unterwegs Und wir merken dass uns die Zeit in der Industrie unter den Händen zerrennt ist für mich immer eine große Übersetzungsleistung zu sagen, lasst uns manche Sachen nicht hundertdreißig Prozent diskutieren.

00:19:25: Lass uns manchen Sachen nur achtzig Prozent mal machen aber möglichst schnell und lass uns diese Punkte auch durchhalten im Sinne von Planungssicherheit.

00:19:34: dass man klar ist das gilt jetzt vor ein paar Jahre.

00:19:36: und diese Zuverlässigkeit dieser Verbindlichkeit das in der Politik zu platzieren ist momentan aus meiner Sicht die Hauptausstelle weil in allen Aufsichtsräten gibt es ganz viel Papier mit Zahlen.

00:19:48: Aber fünfzig Prozent von Unternehmensentscheidungen ist Psychologie und die Zahlen sind die Begründung dafür.

00:19:55: Und diese Psychologie darunter leiden wir momentan in Deutschland, alle sind zutiefst verunsichert.

00:20:00: In welche Richtung geht die Politik?

00:20:02: Was ist Verlässlichkeit?

00:20:03: Wo gehen wir hin?

00:20:04: Wie sind die Rahmenbedingungen?

00:20:06: Wenn wir das wieder sicherstellen können dann haben wir glaube ich viel erreicht.

00:20:10: und meine Hauptbotschaft immer auch an viele Politiker ist Wir wissen dass wir viel verändern müssen unsere soziale Systeme.

00:20:18: So richtig glücklich ist ja auch keiner.

00:20:20: Jeder, der ein Facharzt sucht als gesetzlich versicherter weiß, dass jemand der privatversichert ist, da einen großen Vorteil hat.

00:20:26: Aber wir können nicht immer Einzelthemen diskutieren unter dem Kostengesichtspunkt.

00:20:30: Ich glaube Politik muss auch wieder den Mut haben mein Gesellschaftsbild zu definieren.

00:20:34: wo wollen wir denn als Land hin?

00:20:36: Was wollen wir das Bild?

00:20:39: was kann junge Menschen motivieren?

00:20:40: was motiviert ältere?

00:20:42: und wenn wir gemeinsames Bild nach vorne haben Dann ist es auch machbar, dass der ein oder andere sagt, da kann ich vielleicht mal auf was zurückstehen.

00:20:51: Da können wir eine extra Meile gehen miteinander.

00:20:53: Da kann ich zu den Kapitalisten sagen, ihr müsst jetzt mehr Steuern zahlen.

00:20:57: All diese Themen!

00:20:58: Aber es wird nur funktionieren, wenn wir auch wieder mal den Mut haben, ein Bild nach vorne zu entwerfen.

00:21:03: Und das fehlt mir in der Politik dieser Mut einfach zu sagen hey, wir sind ein cooles Land!

00:21:07: Wir haben coole Leute und da können uns auch einen Bild nach vornhin vorstellen wie wird es in zehn, fünfzehn Jahren immer noch ein coolen Land mit coolen Menschen ist?

00:21:15: Dann lass uns doch einmal gemeinsam nach vorne denken was bräuchte es denn für dich für eine Zukunftsvision?

00:21:21: weil wir haben ja also in den letzten Jahren kann man das Gefühl schon kriegen ziemlich viel durchgespielt.

00:21:29: Aber ich stehe vor dieser ganzen Krise-Kipppunkten, wie man es nennen möchte und denke, eigentlich ist Deutschland doch ein reiches Land.

00:21:37: Die EU gibt's Geld!

00:21:39: Aber irgendwie fehlt es mir eher an neuen Ideen dem nächsten großen Wurf.

00:21:43: Was wäre denn für dich der nächste große Wurf?

00:21:46: Der nicht einfach nur der nächste Große Fördertopfe ist?

00:21:48: Ja diese großen Würfel kommen ja nicht über Nacht aber aus meiner Sicht läuft einer schon richtig los.

00:21:54: Wir haben die letzten Jahrzehnte war Europa der Markt, der Wettbewerb, günstige Preise für uns Konsumenten.

00:22:02: Wir müssen auch jetzt wieder Europa sehen als Industrieraum.

00:22:05: wenn sich Amerika abschottet und China abschattet und wenn wir Europäer uns ein bisschen einig werden sind wir ein gigantisch großer Markt und ich glaube wir haben eine eigene Kultur des Lebens, der Gesellschaft, vor allem Unterschiedlichkeit.

00:22:18: Ich glaube es gibt so einen viel Gemeinsam ist!

00:22:20: Und wenn wir für uns definieren dass wir sagen jeder der in Europa was verkaufen will dann muss medisches ein Teil in Europa produzieren.

00:22:28: Dann ist das für mich so eine Vision nach vorn die langsam Gestalt an der Fachebene, nennt man das Local Content.

00:22:34: bis vor zwei Jahren hätte jemand aus der Industrie oder aus der Politik den Weihwasserkessel rausgeholt wenn ich das sage heute gibt es massive Diskussionen darüber und selbst Unternehmen wie VW, Renault und andere fordern Local Content weil wir merken wenn wir unsere Art zu leben, unsere Art zur Wirtschaften absichern wollen, dann muss es auch eine Verpflichtung geben.

00:22:55: Wenn jemand in Europa Geld verdienen will, da muss auch ein Teil der Wertschöpfung in Europa stattfinden.

00:23:00: Das ist so ein kleiner Schritt nie hundert Prozent.

00:23:02: ja wir müssen glaube ich auch wieder mutiger werden.

00:23:06: was heißt mutiger?

00:23:07: Wir hätten gerne alle diese Start-up Kultur wie die Amerikaner.

00:23:11: Ja aber in Amerika ist es auf völlig selbstverständlich dass von Hundert Start ups neunzig nicht erfolgreich sind.

00:23:17: und wenn das einer in seinem Lebenslauf hat Dann ist es trotzdem cool.

00:23:21: Wenn das in Deutschland jemanden den Lebenslauf hat, dann sagt der, oh, er ist gescheitert.

00:23:25: Ja?

00:23:26: Also auch da mutiger, offener werden und Mut belohnen und nicht nur Erfolg belohne.

00:23:31: Und es ist eine Denkfrage auch, wo wir auch Werkschaften dran arbeiten müssen.

00:23:36: Aber ich glaube dass wir viel haben und vor allem wenn wieder mehr des Potentials der Menschen abholen.

00:23:43: Ich glaub in den Betrieben ist ganz viel nur hau.

00:23:45: Wir haben ganz viele junge Menschen die hohe Kreativität haben.

00:23:48: Wenn man das miteinander verknüpfen und sagen, wie kann so was aussehen?

00:23:53: Dann glaube ich ist klar wir wollen einen Industriestandort bleiben gerade Deutschland in Europa.

00:23:58: Wir wollen aber auch neue Themen, neue Produkte, neue Technologien hier ansiedeln.

00:24:04: Und wenn ich ehrlich bin, ich möchte gerne unsere Art zu Leben erhalten.

00:24:09: dieses Bild das gerade diese reichen Tech-Leute in Amerika produzieren ist glaube ich auf alle Fälle nicht mein Lebensbild und nettes Bild von vielen Menschen hier in Europa.

00:24:17: Ja, das kann ich persönlich auch nur unterstreichen.

00:24:21: Bevor ich dich jetzt losfahren lasse zur Politik weiter würde ich gerne mit dir noch einmal zum Ende so ein bisschen spinnen und versuchen es nochmal ein bisschen zu konkretisieren was wir jetzt gesagt haben gerade am Ende.

00:24:33: Du hast jetzt heute Nachmittag den Termin im Arbeitsministerium du platzierst da wieder deine Themen du leistest deine Übersetzungsarbeit.

00:24:39: ob das genau gemacht wird was ihr da besprecht das bleibt offen.

00:24:43: aber stellen wir uns mal vor Morgen warst du auf und hast unsere Wirtschaftsministerin am Telefon, die sagt ich habe immer drüber nachgedacht.

00:24:51: Und ich brauche jetzt noch mal von dir unter uns die drei Maßnahmen, die wir jetzt machen müssen.

00:24:56: für ein besseres Morgen.

00:24:58: sagen wir mal was für drei Punkte planen würdest du ihr mitgeben?

00:25:02: Also es glaube ich aus meiner Sicht sehr nachvollziehbar und überschaubar und ich gucke immer schon auf das Telefon ob sie nicht einmal durchruft.

00:25:08: Sie weiß aber da unsere Position.

00:25:10: Wir brauchen dauerhaft günstige Energiekosten Und wir brauchen eine Planungssicherheit.

00:25:15: Wir brauchen die billigsten Energiekosten, wir brauchen die Planungssicherheit und die Energiekosten sind aktuell zu hoch.

00:25:21: Das ist der Hauptpunkt.

00:25:22: Es gilt übrigens auch für Rechenzentren und für ganz moderne Industrien.

00:25:26: Das is da ein Punkt.

00:25:26: Da zweite Punkt!

00:25:28: Wir brauchen eine Zuverlässigkeit in der Politik.

00:25:31: dieses Hoch-und Runderfahren bei Offshore, dieses Hof-und-Runderfahren beim Wasserstoff.

00:25:36: Das verstört alle Menschen.

00:25:37: Eine Planungshicherheit wo wir sagen wir wollen neue Technologien investieren und wir halten das jetzt auch mal eine Zeit lang durch.

00:25:44: Das ist der zweite Punkt, dass neue Geschäftsmodelle entstehen.

00:25:47: Und der dritte Punkt – ich glaube wir brauchen ganz radikalene Innovationsförderung!

00:25:51: Wir müssen die Unternehmen belohnen, die in neue Technologien und neue Produkte investieren, aber ich sage ausdrücklich auch am Standort Deutschland.

00:26:00: Deswegen werden Wunsch bei diesen drei Forderungen an die Politik das wir endlich mal den Mut haben wenn wir Steuergelder verteilen für Infrastruktur, für Verteidigung oder auch für Innovationen Dass wir die auch verknüpfen mit den Anstruch, wenn es deutsche Steuergelder sind, muss ein Teil davon auch in deutsche Wertschöpfung fließen.

00:26:20: Das ist in anderen Ländern völlig unvorstellbar!

00:26:22: In Deutschland schütteln sich manche Politiker, wenn sie sowas sagen müssen – das gehört für mich dazu, dass wir den Mut haben.

00:26:28: Die Steuergelde von uns müssen teilweise wieder zurückfließen.

00:26:33: Und dann das letzte Frage.

00:26:34: Wir haben jetzt genug über Industriepolitik für jetzt gesprochen, wir feiern aber auch mit der Böckler-Konferenz «Fünfundsiebzig Jahre Montal mit Bestimmungsgesetz» und «Fünfzig Jahre mit Bestimmungsgesetz vor neunzehntundsechsten siebzig».

00:26:46: Was liegt dir zu diesem ja doch feierwürdigen Jubiläum vielleicht noch so als Schlusswort auf dem Herzen?

00:26:54: Ich glaube dass es für mich wichtig ist, wenn wir die Industrie gestalten wollen wie heute die Mitbestimmung erfinden müssten wenn wir es nicht hätten.

00:27:02: Und deswegen ist das aus meiner Sicht kein Auslaufmodell, sondern ein Modell der Zukunft.

00:27:06: Ich werde ein praktisches Beispiel machen.

00:27:08: ich hatte einen radikalen Investor, den Weiser Brett aus Amerika in einem Aufsichtsrat und er immer gegen die Mitbestimmung gehetzt hat als ihm klar war wie mit Bestimmung vor uns funktioniert und welchen Sachverstand unsere Arbeitnehmerseite hat.

00:27:23: Ist er mit mir am Schluss doch in den Betrieb durchgangen und er gesagt Jörgen ich habe es verstanden wie dieses Modell funktioniert Nebensatz, aber du bleist doch ein Kommunist.

00:27:32: Aber es ist für mich ein Beispiel.

00:27:37: wenn wir Amerikaner und anderen erklären wie das funktioniert was die Praxis ist und nicht etwas im Gesetzbuch steht dann haben sie hohen Respekt vor dieser Mitbestimmung.

00:27:45: und zweiter Punkt der letzte wenn ich das praktische Beispiel nehmen darf bei Siemens haben wir Diskussion als Technologieunternehmen.

00:27:51: Wir müssen schneller werden und da war dann unser Punkt dass wir sagen ja wollen wir werden schneller aber schneller werden wir nur Wenn ihr erstens die Mitbestimmung auf den verschiedenen Ebenen akzeptiert und wenn er die Arbeitnehmerseite früher einbindet.

00:28:03: Wenn ihr immer wartet bis an die Kante, dann wird es hinten nach Zeit dauern.

00:28:08: Und da haben wir einen Kommitmententvertrag mit dem Management das wir Geschwindigkeit für Veränderung hoch aufnehmen wollen dass es einen eigenen Vorgibt wo Geld bereitgestellt wird für das Thema Transformation und Qualifizierung aber auch des Managementklares signalisiert.

00:28:23: Wir binden die Arbeitnehmers Seite viel früher in Unternehmensentscheidungen mit ein damit wir am Schluss auch bei der Umsetzung schneller sind.

00:28:29: Das ist für mich ein Zeichen, dass wir das Thema Mitbestimmung sehr wohl weiterentwickeln können, sodass Wirtschaft und Beschäftigung eine Perspektive in diesem Land hat.

00:28:41: Das doch mal ein Schlusswort mit dem ich gut leben kann!

00:28:44: Vielen Dank Jürgen für deine Zeit.

00:28:45: Danke schön Linda, hat Spaß gemacht.

00:28:53: Ein Podcast des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler Stiftung.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.