#17 Risiken managen: Einfluss geopolitischer Risiken auf Unternehmen
Shownotes
Weniges hat man dieses Jahr so oft gehört wie: Die Wirtschaftsinstitute senken ihre Wachstumsprognosen für Deutschland. Doch jetzt scheint sich der Wind etwas zu drehen. Im September haben die großen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose für dieses Jahr mehr als verdoppelt – von 0,6 auf 1,3 Prozent Wachstum.
Gleichzeitig reißen die Krisen nicht ab: Der Krieg im Iran dauert an, getankt wird trotz Tankrabatt für deutlich über 2,00 €, im Sommer führten die Wasserstraßen so wenig Wasser wie selten, die AfD wird stärkste Kraft, und die Konkurrenz aus China bleibt hart. Die Welt fühlt sich also unsicherer an denn je – und trotzdem sollen die Aussichten für unsere Wirtschaft besser werden? Wie das zusammenpasst und wann aus einer Krise wirklich ein Risiko für die deutsche Wirtschaft wird, besprechen wir mit Prof. Dr. Sebastian Dullien, dem Wissenschaftlichen Direktor des IMK.
Wenn wir auf all die Unsicherheiten schauen, die uns die Welt bietet, ist es verständlich, als Privatperson von ihnen überrascht zu sein. Von unserer Wirtschaft und vor allem von großen deutschen Unternehmen erwarten wir jedoch etwas anderes: Nämlich, dass sie nicht jede Krise ins Wanken bringt. Doch wie bereiten sich Unternehmen auf Risiken vor und sichern sich gegen diese ab? Und welche Rolle und vor allem welche Pflichten hat dabei der Aufsichtsrat? Das erklärt Alexander Sekanina, Wirtschaftsreferent und Risikomanagement-Experte am I.M.U.
Links: IMK Konjunkturampel Wissen kompakt: Risikomanagement Mitbestimmungspraxis Nr. 9: Risikomanagement im Aufsichtsrat Fokus Aufsichtsrat #9 Personalrisikomanagement Mitbestimmungspraxis Nr. 61: Strategisches Personalrisikomanagement Böckler Seminarprogramm für Aufsichtsräte 2027 Böckler Seminar: Risikomanagement im Unternehmen, 05. - 06.10.2027
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00:00:01: Fokus Aufsichtsrat, das Update für starke Mitbestimmung.
00:00:06: Ein Podcast
00:00:07: des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführungen der Hans-Böckler Stiftung.
00:00:14: Ja hallo und herzlich willkommen bei Fokus aufsichtsrad!
00:00:17: Eine unserer ersten Herbstfolgen im Jahr, ich bin Linda Achtermann, Freie Journalistin, host dieses Podcasts.
00:00:23: Und wie immer mit dabei am Anfang auch meine Kollegin Cosima stellt nach vom EMU.
00:00:28: Hi Cosima!
00:00:29: Hallo Linda da sind wir wieder in das Zimmer wieder.
00:00:33: Sehr gut genau, da sind mal wieder.
00:00:35: also wir kommen im Oktober raus und nehmen jetzt gerade am letzten Septembertag auf Und wir sehen den Herbst schon klopfen, die Blätter fangen schon langsam an ihre Farbe zu ändern.
00:00:44: Obwohl man sich ja auf diese kuschelige Jahreszeit oft auch freut, glaube ich kommen wir alle so ein bisschen erschöpft aus den letzten Wochen raus.
00:00:51: Wir hatten auch in Düsseldorf, hatten wir gestern noch noch siebenundzwanzig Grad.
00:00:54: Also davon ein bisschen erschöpft ja.
00:00:57: Ja doch das auch!
00:00:59: Was irgendwie die Landschaft geprägt hat den letzten Wochen war natürlich mir ganz krass, die vielen Landtagswahlen also dir auch mit Spannung erwartet wurden.
00:01:06: drei waren es meine ich in Sachsen-Anhaltemicken durch Voppermann und Berlin.
00:01:10: Genau, in Berlin die Abgeordnetenhauswahl
00:01:12: genau.
00:01:13: Du bist Berlinerin du weißt es richtig.
00:01:16: Ich wurde viel erwartet und irgendwie war's dann doch so krass oder vielleicht Das ist krasser als man erwartet hat, ne?
00:01:22: Ja.
00:01:23: Also gerade in Sachsen-Anhalt, dass die AfD das erste Mal bei einer Landtagswahl mit Abstand, also wirklich mit großem Abstand stärkste Kraft geworden ... Da läuft auch immer noch die Regierungsbildung, da ist noch nicht ganz klar was da passiert.
00:01:36: Auch weil keiner bis jetzt mit der AfD koalieren möchte aber alle anderen sich nicht einig sind.
00:01:41: und in Mecklenburg-Vorpommern ist die CDU das erste Mann ihrer Parteingeschichte nicht in den Landtag gekommen.
00:01:48: Ich glaube, das war die AfD Man hat es irgendwie kommen sehen trotzdem krass erschreckend.
00:01:52: Also ich bin immer dafür, immer wieder zu sagen
00:01:55: das ist
00:01:57: was man sich vor Augen halten muss.
00:01:58: auch wenn wir damit gerechnet haben muss man auch darüber nachdenken wie kann's weitergehen?
00:02:02: aber dass die CDU nicht in den Landtag kommt Ja, weiß ich nicht.
00:02:07: Zum ersten Mal, ja und ich glaube... Ich meine sogar, ich habe gesehen das sogar im März inzwischen eingestanden hat, dass sowohl SPD als auch CDU nicht mehr diesen klassischen Volksparteienstatus haben.
00:02:16: Ich meine, ich hab ihnen das sogar sagen hören sehen, auf einiges anderes vielleicht!
00:02:22: da noch nicht sich eingestehen möchte.
00:02:24: Ja und auch in Berlin, wo die Linke ja auch mit... Nicht ganz so deutlich mehr Abstand aber zumindest für Berlin der Verhältnisse würde ich behaupten, mit deutlichem Abstand gewonnen hat.
00:02:33: Wo jetzt viel über Enteignung gesprochen wird.
00:02:37: Ich meine auch da du als Ball-Berlinerin, das weiss ich weiß, auch da, dass wir dich sicherlich auch beschäftigen wird viel über Enteignungen gesprochen, auch aus anderen Bundesländern mal wieder bundesweit darüber debattiert.
00:02:48: Es wird zu einem gesellschaftlichen Thema gemacht.
00:02:50: Da kann ich dir vielleicht auch aus persönlichem Interesse ... Kann ich dir sagen hat vor ein paar Tagen das IMK unser Schwesterinstitut eine Studie herausgegeben zur Vergesellschaftung von Wohnbeständen.
00:02:59: die haben sich mal angeschaut wie das funktionieren kann also inwieweit vergesellschaftungsenergänzendes Element für Neubau sein können.
00:03:06: am Beispiel von Berlin haben sich da drei verschiedene Modelle angeschauen.
00:03:09: Genau, das würde ich auch in der Folgenbeschreibung hinterher verlinken.
00:03:11: Vielleicht ist es für den ein oder anderen außerhalb von Berlin interessant.
00:03:15: Du hast ... Natürlich recht, klar.
00:03:16: Als Wahlberlinerin ist das ein Thema, was mich total interessiert.
00:03:20: Die mieten in meinem Kiez um mich herum.
00:03:22: Ich hab noch einen alten Mietvertrag, ich bin auch einer der Glücklichen.
00:03:26: Aber wenn Leute um mich rum neu einziehen, die zahlen das Doppelte von meiner Miete für die gleiche Wohnung und das ist wirklich ... Das ist eine Entwicklung, die natürlich in diesen Zeiten wo die Preise überall sonst auch anziehen nicht nur an der Zapfsäule sondern auch im Einkaufswagen und so es ist natürlich etwas, was hier bewegt zu den Wahlohren gebracht hat als sonst.
00:03:46: Aber auch bei den anderen Wahlergebnissen, sowohl im Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt sieht man, dass es so eine Zeit ist, in der wir sind – das sagen wir ja schon seit Corona – keine Zeit der Krisen!
00:03:58: Und die hört irgendwie nicht auf.
00:03:59: Es gibt so viele Themen, die uns alle bewegen und auch alle unterschiedlich treffen Dass man das Gefühl hat, dass kann jederzeit was Schlimmes passieren.
00:04:09: Das fühlt sich alles sehr risikobahftig an und passt gut zu unserer heutigen Folge.
00:04:14: Genau!
00:04:15: Vor der Sommerpause oder vor unserer kleinen Sommerpause haben wir uns genau das überlegt und gesagt, wir wollen uns mal anschauen inwieweit diese vielen Dinge, die gerade in der Welt passieren eigentlich einen Einfluss haben auf unsere Wirtschaft.
00:04:25: aber wurde ja ganz viel geredet Die deutsche Wirtschaft am Boden, ganz viele Horrors, wurden da gemalt Und ich meine, in den Unternehmen hat man sicherlich auch gemerkt.
00:04:32: Die Beschäftigten haben es sicherlich gemerkt und steht die eine oder andere Tarifrunde jetzt wieder an.
00:04:37: Weil wir an unserem Schwestern-Institut ja die große Expertise im Bereich der Markoeconomie Konjunkturforschung haben mit Sebastian Dullin jemanden haben, der uns wirklich ganz genau erklären kann was da in der deutschen Wirtschaft gerade passiert?
00:04:47: Was vielleicht richtig ist wo wir uns Sorgen machen müssen, was tatsächlich Risiken sind aber wohl vielleicht auch ein Silberschweif am Horizont ist?
00:04:54: Da haben wir gedacht Wir machen das mit ihm gemeinsam und schauen uns einmal an für politischen Entwicklungen, gerade eigentlich für Einflüsse auf die deutsche Wirtschaft.
00:05:03: Und wie managen die Unternehmen?
00:05:05: Genau und deswegen haben wir heute wieder zwei Interviews geplant mit Sebastian Doolin um mit Alexander Sekanina von EMU.
00:05:11: Mit Alex sprechen wir nämlich dann darüber, wie sind denn Unternehmen aufgestellt, um auf diese Risiken zu reagieren.
00:05:18: Welche Risiken haben sie überhaupt im Blick?
00:05:20: Wie stellt man so ein Risikomanagement-System auf?
00:05:22: Ich glaube das sind Gespräche, die sich sehr gut ergänzen.
00:05:27: Ja, ohne lange weitere Vorrede würde ich sagen fangen wir erst mal mit Sebastian Dulin an.
00:05:33: Ich freu mich drauf!
00:05:45: Also weniges habe ich in den letzten Monaten so oft gehört wie dass irgendwelche Wirtschaftsinstitute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt haben... aber jetzt scheint sich etwas zu drehen, denn im September haben die großen Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose ihre Prognose für dieses Jahr mehr als verdoppelt von Null Komma sechs Prozent auf Eins Komma drei Prozent Wachstum.
00:06:11: und Gleichzeitig reisen ja aber diese ganzen Krisen, die wir die ganze Zeit erleben nicht ab.
00:06:16: Also der Krieg im Iran dauert an, die Energiepreise steigen und im Sommer führten die Wasserstraßen so wenig Wasser wie selten.
00:06:23: Die AfD wird stärkste Kraft in einem Landtag Und die Konkurrenz aus China bleibt weiterhin hart.
00:06:30: also die Welt fühlt sich unsicherer an denn je und trotzdem sollen sich die Aussicht für unsere Wirtschaft verbessern.
00:06:37: Wie das zusammenpasst und wann aus der Krise ein wirkliches Risiko für die deutsche Wirtschaft wird, bespreche ich jetzt mit Prof.
00:06:43: Dr.
00:06:43: Sebastian Dullin erst wissenschaftlicher Direktor des EMK.
00:06:47: Ich freue mich, dass ihr wieder hier bei Fokusaufsichtsrat zu Gast ist!
00:06:50: Hallo Sebastian!
00:06:52: Neben der Gemeinschaftsdiagnose, die ja das Bruttoinlandsprodukt im Blick hat, gucke ich auch immer gerne auf eure Konjunkturampel vom EMK?
00:07:01: Die schaut auf die nächsten drei Monate und sagt wie wahrscheinlich so eine Rezession sein könnte.
00:07:06: Und da hab ich jetzt vor unserem Gespräch noch mal drauf geschaut, weil du bist ja nicht das erste Mal hier.
00:07:11: Sondern du warst schon im Jahr zweitausendfünfundzwanzig zu Gast.
00:07:15: Das war kurz nach Trumps Wiederwahl und kurz vor seinem Amtsantritt.
00:07:18: Zu dieser Zeit wies euer Konjunkturindikator eine Rezisionsverscheinlichkeit von über vierzig Prozent aus.
00:07:25: Die Ampel stand damit auf gelb rot.
00:07:27: heute, anderthalb Jahre später ... Habe ich gerade schon gesagt, hat man das Gefühl die Zeiten sind drum und zu dem Unsicher.
00:07:34: Fast unsicherer denn je!
00:07:36: Aber das Rezisionsrisiko hat sich noch euren Messungen ungefähr halbiert.
00:07:40: Da würde ich gerne einmal wissen also wie kann das sein?
00:07:43: Das ist mir eine drängendste Frage.
00:07:44: Die andere Frage Ich habe ja erst von der Gemeinschaftsdiagnose gesprochen.
00:07:47: Wo liegen da die Unterschiede in den beiden Messungen Und warum gucken aber beide Indikatoren positiver an die Zukunft.
00:07:56: Das waren jetzt gleich ganz viele Fragen.
00:07:57: Fangen wir mal vorne an, was passiert da eigentlich?
00:08:01: Und warum ist die Rezessionsgefahr im Moment ein bisschen niedriger als du jetzt zu Anfang in den Jahr zwei tausendfünfundzwanzig genannt aber auch von paar Monaten sah es noch nicht ganz so gut aus.
00:08:11: Also einmal man muss verstehen, was der deutschen Wirtschaft insgesamt gerade passiert und wir haben zwei Kräfte, die entgegengesetzte Richtungen ziehen.
00:08:19: das eine ist, wir haben diese massiven geoeconomischen Verschiebungen.
00:08:22: Wir haben China Das probiert uns in ganz vielen Industriebranchen aus dem Markt zu drängen, die das dann auch mit Subventionen machen.
00:08:31: Wir haben die USA die hohe Zölle eingeführt hat und wir haben auch den Iran Krieg der Energiepreise nach oben sieht.
00:08:37: das sind alles die Belastung im Moment und ein Teil davon war schon.
00:08:41: Zweitausendfünfundzwanzig da.
00:08:43: aber es gibt eben auch Sachen die uns im moment pushen und ganz wichtig ist da des Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, und zusätzliche Verteidigungsausgaben.
00:08:55: Und das hatten wir Anfang im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig noch nicht.
00:08:57: Es gab dann nachher die Bundestagswahl – schon fast vergessen – im Februar zweitausend zwanzig.
00:09:03: Danach hat die neue Regierung mit den Stimmen der Grünen das Grundgesetz geändert und hat dieses Sonder- vermögen von fünfhundert Milliarden Euro geschaffen.
00:09:12: über zehn Jahre Ganz viel Möglichkeiten, kredite für Verteidigung ausgaben aufzunehmen.
00:09:18: Und das Geld wird jetzt nach und nach ausgegeben und stützt natürlich die deutsche Wirtschaft.
00:09:22: Das sind halt Ausgaben, die Nachfragen schaffen.
00:09:25: Wenn Straßen gebaut werden, werden dafür Leute beschäftigt und es geht der Bauwirtschaft besser.
00:09:28: Und wenn Panzer gekauft werden dann gehts der Verteilungsindustrie besser.
00:09:33: Das sehen wir eben in den Zahlen.
00:09:36: bremst und das andere pusht so ein bisschen.
00:09:38: Und wir sehen jetzt, dass die Kräfte ... Das sind schon recht große Summen von denen wir hier reden für die Infrastruktur in der Verteidigung.
00:09:45: Wir sehen halt, dass es so wirkt wie wir das auch erwartet hätten und haben und wie's im Lehrbuch steht eigentlich.
00:09:53: Du hast noch nach den anderen Sachen gefragt.
00:09:54: also was ist der Unterschied zwischen der Gemeinschaftsdiagnose und dieser Konjunkturampel?
00:09:59: Die Gemeinschafteriagnose macht, was wir auch zusätzlich tun, die schätzt wirklich eine Wachstumsrate.
00:10:05: Also du hast eins Komma drei Prozent gesagt, wir sehen dann für nächstes Jahr.
00:10:10: Eins Komma vier Prozent Wachstum.
00:10:12: also da hast Du wirklich so eine Zuwachsrate für die Wirtschaft und das andere?
00:10:16: Da fließen Zahlen ein werte Daten die man jetzt schon hat Für den jetzigen Monat und daraus wird mit statistischen Methoden und der Erfahrung der Vergangenheit errechnet wie groß die Wahrscheinlichkeit ist dass die Wirtschaft jetzt in den nächsten Monaten schrumpft.
00:10:29: Und da gehen so Sachen ein wie Auftragseingänge in der Industrie aber auch Finanzmarktdaten Und da, das hat sich auch eigentlich als relativ verlässlich dargestellt in den turbulenten vergangenen Jahren.
00:10:40: Wenn wir jetzt nur bei um die zwanzig Prozent sind ist es eigentlich ein ziemlich gutes Zeichen.
00:10:43: dann kann man davon ausgehen.
00:10:45: Aus was passiert jetzt noch irgendwas?
00:10:47: Was noch nicht in den Daten drin ist dass da die Rezession erst mal ausbleibt.
00:10:51: natürlich hast du nur die Sachen die in den daten sind.
00:10:53: wenn jetzt morgen keine ahnung irgendwie energy tanker abgefangen werden und der gaspreis sich verdoppelt Dann kann das natürlich noch nicht an den zahlen drinnen sein.
00:11:03: Aber dann lass uns doch gerne noch mal von den verschiedenen Kräften, die gegeneinander wirken, gesprochen.
00:11:09: Auf die einen Kräfte, die glaub ich mich von außen als nicht Makroökonomen immer wieder dazu bringen sich zu fragen wie kann das denn sein dass eigentlich Wachstumsprognosen
00:11:20: nach
00:11:20: oben angepasst werden während ich das Gefühl habe Ich hab das Gefühl jeden Tag könnte was Unvorhergesehenes passieren.
00:11:27: Wir hören uns ja jetzt gerade Ende September.
00:11:30: Wir haben jetzt gerade hinter uns die Landtagswahlen in diesem Jahr und vor allen Dingen auch sehr bei den sehr nahezu- rückliegenden Landtagswahlen, welche auch ziemlich stark nachwirken.
00:11:41: Die AfD ist ja mit dreiundvierzig Komma acht Prozent mit Abstand stärkste Kraft im Sachsen-Anhalt geworden.
00:11:47: Gleichzeitig ist die Regierungspartei CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nicht mal mehr an den Landtag gekommen.
00:11:53: Das sind beides ziemliche Zäsuren, die einen so zurücklassen, dass man sich fragt Wie geht das weiter in der deutschen Politik?
00:12:01: Und da habe ich mich gefragt, die Anschlussfrage geht auch noch mal darauf ein.
00:12:07: Nämlich wann werden solche Ereignisse, die uns eigentlich so wie vor den Kopf gestoßen zurücklassen... Was machen denn solche Wahlergebnisse mit der Wirtschaft?
00:12:16: Wann wird das zu einem Risiko vielleicht auch für die deutsche Wirtschaft?
00:12:19: Also zwei Sachen dazu.
00:12:21: Ich mag die AfD überhaupt nicht, wie glaube ich sehr viel bei uns.
00:12:25: aber man muss wenn man jetzt auf die Wachstumszahlen guckt sich klar machen das was da in Sachsen-Anhalt passiert für Deutschland als Ganzes wirtschaftlich nicht so große Auswirkungen.
00:12:36: erstmal hat.
00:12:37: weil Also natürlich für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt kann das ein Problem sein, weil bestimmte Menschen vielleicht jetzt nicht mehr in der Sachseneinheit ziehen möchten.
00:12:44: Ich kann mir auch vorstellen dass zum Beispiel wenn ich jetzt junge Leute habe, die in Berlin Medizin studiert haben und überlegen danach ob sie vielleicht einen Job in Sachsenseinheit annehmen da kann ich mir vorstellen dass sich das zwei drei vier mal überlegen und dann vielleicht das auch am Ende nicht machen.
00:12:57: Das gleiche gilt ja auch für Menschen aus dem Ausland kommen Fachkräfte.
00:13:01: Also das ist alles ein Problem und auch Investoren könnten wegbleiben, weil sie das eben als problembar sehen.
00:13:06: Nun ist Sachsen-Anhalt sehr klein im deutschen Vergleich.
00:13:09: Und wenn Sachseneinheit nach halbes Prozent oder einem Prozentpunkt langsamer wächst dann merkt man das nicht zumal ja möglicherweise dann jemand sich sagt naja also dann investiere ich vielleicht nicht beim Markteburg aber vielleicht mache ich es dann bei Stuttgart.
00:13:24: Ja so das ist ja wahrscheinlich.
00:13:26: dass jemand deswegen gar nicht investiert ist eher unwahrscheinlich.
00:13:30: Das heißt, die direkte folgende Folge für die deutsche Wirtschaft ist da nicht so groß gegeben.
00:13:38: Ich glaube, da muss man auch bei der Debatte einfach aufpassen.
00:13:40: Wir haben auch faschistische Regime gesehen wo die Unternehmen sehr dicke Gewinne gemacht haben und dann deswegen auch weiter investiert haben.
00:13:47: also ich finde das sowas wie die Partei wie AfD eben eher ein gesellschaftliches Problem auch ein Problem für die Demokratie ist.
00:13:55: Na ja, vielleicht zweitrangig dann ein wirtschaftliches Problem.
00:13:58: Es gibt nur jetzt eine Sache wo es wirklich dann auch schwierig werden könnte wenn meinetwegen ist Unsicherheit über die Zukunft der Bundesregierung gibt oder gäbe weil unsicherheit das Gift für die Wirtschaft.
00:14:10: und Wenn unsicherkeit da ist dann hält man sich erstmal mit Investitionen zurück.
00:14:14: und wenn meine Maschine jetzt eigentlich ersetzt werden müsste, aber noch so irgendwie weiterläuft.
00:14:21: Und wenn ich aber nicht sicher bin, ob ich nächstes Jahr oder übernächstes Jahr in Deutschland meinetwegen Geschäfte machen möchte, dann lasse ich die vielleicht erst mal so weiterlaufen und warte erstmal ab.
00:14:33: Diese Unsicherheit ist das Problem.
00:14:36: Das kann natürlich besonders an der Aufbundesebene sein, weil es dann das ganze Land betrifft.
00:14:41: Dann werden solche Nachrichten tatsächlich zum Problem.
00:14:44: Wenn wir jetzt über das Thema Unsicherheiten sprechen ... Dann fühle ich mich direkt zu unserem letzten Gespräch zurückversetzt, als wir kurz vor dem Amtsantritt.
00:14:53: von Donald Trump gesprochen haben.
00:14:55: Da ging es nämlich in unserem Gespräch vor allen Dingen darum, wie geht das weiter mit Trumps Zollpolitik?
00:15:00: Da hat er schon ziemlich viel Radau gemacht und an dieser Zeit war völlig unklar was passiert.
00:15:04: Und dann sind wir ja auch durch eine Zeit gegangen wo sehr viel Unterschiedliches passiert ist.
00:15:09: Sehr viele Zölle erlassen wieder zurückgenommen wurden teilweise ja auch wieder von dem Supreme Court war's damals.
00:15:17: Wo auch klar war dass die nicht rechtens sind.
00:15:19: jetzt gerade befinden Prozent Zoll von Waren aus der EU in die USA.
00:15:28: Das ist ja auch immer noch eine ziemlich starke Belastung, weil für die EU und die USA weiter ein wichtiger Absatzmarkt ist.
00:15:35: Trotzdem ist es da irgendwie ein bisschen verlässlicher geworden habe ich das Gefühl wie ist denn die aktuelle Zollpolitik in den USA?
00:15:43: Wie trifft das die europäische und deutsche Wirtschaft
00:15:47: gerade?
00:15:47: Das ist tatsächlich so, dass es nicht einfach nur fünfzehn Prozent sind.
00:15:51: Das wäre wahrscheinlich noch relativ einfacher und gut verkraftbar sondern da kommen ja noch Zölle zum Beispiel für Stahl- und Aluminium drauf.
00:15:59: Und das bedeutet so um... Es ist auch bei Produkten wo Stahl und Aluminium drin ist.
00:16:04: Das heißt wenn ich als Mittelständler jetzt eine Maschine in die USA transportieren oder verkaufen möchte dann muss sich an der Grenze muss ich nachweisen wie viel Stahl und Aluminium in den ganzen Teilen drin sind.
00:16:15: Und wenn die Maschine zweitausend Teile hat, da muss ich eben diesen Stahl-Aluminiumgehalt davon vorrechnen und dann ein Zoll drauf zahlen.
00:16:23: Das kostet nicht nur Geld weil ich den Zoll zahlen muss sondern das ist einfach auch mühselig und viele Mittelständler können das nicht wahnsinnig gut.
00:16:31: Daher bremst du schon die Verkäufe in die USA aus.
00:16:35: Nur mal so als Beispiel was da alles unter diese Zölle fällt.
00:16:39: Also da gibt es so eine Produktliste und da kann man reingucken, die ist dann noch mal erweitert worden und da steht zum Beispiel Sprühsahne drin.
00:16:45: Also mein Sprüh-Sahn ... Ja, Sprühsanen kommt ja in so einer Dose, die aus Metall.
00:16:51: Ich bin jetzt kein Experte ich weiß nicht ob das Stahl oder Aluminium oder beides drinnen ist Und auf diesen Anteil wird dann eben zu den fünfzehn Prozent noch der Stahl und Aluminiumszoll drauf gelegt.
00:17:02: Das ist natürlich schon Wenn man das so erzählt, dann wird sofort klar was das doch für Handelshemmnisse sind und das erklärt auch warum die Exporte eigentlich in den USA jetzt eher nicht so gut gelaufen sind.
00:17:13: Die letzten Monate hat uns ein bisschen überrascht dass es angezogen hat und besser läuft und das hat wohl mit dem Bau dieser ganzen KI Rechenzentren im USA zu tun.
00:17:23: Denn Deutschland baut zwar jetzt nicht diese Hochleistungsships aber Deutschland baut viele Teile, so elektronische Ausrüstungsteile die man auch braucht für Rechenzentren.
00:17:31: Und Deutschland bauet viel für Energieversorgung und man muss da ja dann Netze irgendwie verstärken, neue Erzeugungskapazitäten bauen und viele der Rechencentren werden jetzt mit Gas-Turbinen betrieben.
00:17:44: also da wird bei den keinen Anschluss an das Stromnetz bekommen, bauen sie sich quasi ein kleines Graskraftwerk da rein.
00:17:52: Und auch da wiederum sind deutsche Unternehmen sehr weit führend und das hilft dann für die Exporte in den USA.
00:17:58: Das erklärt auch so ein bisschen, warum es der Wirtschaft im Moment nicht so schlecht geht wie man's eigentlich denken könnte.
00:18:04: Okay!
00:18:04: Dann kommt mein nächstes großes Fragezeichen an Bezug auf die USA nämlich der Iran.
00:18:09: Krieg.
00:18:10: Wenn man sich dieses ganze Thema anschaut, auch da gibt es ja eine unglaubliche Auf- und Abbewegung.
00:18:17: Gegenläufige Erklärungen zu den Friedensverhandlungen, mehrmalige Öffnungen und dann wieder andauernde Schließungen oder Blockierungen der Straße von Hormuz.
00:18:24: Die Energiepreise die wir jetzt gerade haben ist auf einem Allzeit hoch an Herzapssäule!
00:18:30: Ich war jetzt gerade im Urlaub meine Abrechnung danach immer gemacht und zu gucken, wie viel Sprit habe ich verfahren.
00:18:37: Ich fahre mal sehr gerne mit dem Auto in Urlaub.
00:18:40: Ich bin gebürtige Wolfsburgerin.
00:18:42: Ich hab dieses Jahr doppelt so viel für Sprit ausgegeben.
00:18:45: Ich war nur in Europa unterwegs.
00:18:47: Ja, gleichzeitig die Garspeicher in Deutschland sind auch immer noch nur bis zu fünfzig Prozent gefühlt.
00:18:52: also die Energiepreise sind immer noch hoch!
00:18:55: Für mich schreit das einfach nach Krise im Großbuchstaben Alleine.
00:19:00: deswegen würde ich denken, das müsste so ein großes Hemd sein oder so ein Problem, dass Wirtschaftsprognosen nicht nach oben zeigen könnten.
00:19:09: Deswegen würde ich gerne von dir wissen – wie siehst du denn die Auswirkungen des Irankriegs?
00:19:13: Also sind die gerade, treten die grade in den Hintergrund und ist es jetzt einfach so andere Sachen laufen besser?
00:19:19: Deswegen kann's nach oben gehen!
00:19:21: Also die Auswirkungen, dass Iran Kriegs sind echt schon eine ziemliche Belastung.
00:19:24: Und das ist auch ein ganz großes Risiko für die nächsten Monate und die nächsten anderthalb Jahre.
00:19:30: nur dieser Rückenwind der auch durch die Investitionen kommt.
00:19:34: Der ist eben so stark, dass das zum Teil noch ausgeglichen wird gibt jetzt eine Sache.
00:19:38: warum?
00:19:39: Das ist ein bisschen technisch.
00:19:40: Warum diese Prognosen alle nach oben genommen worden sind.
00:19:44: Das hat auch damit zu tun, dass das Statistische Bundesamt die Zahlen für die Vergangenheit nach oben revidiert hat.
00:19:49: Also schon das letzte Jahr ist deutlich besser gewesen als man gedacht hat und dadurch ist die Ausgangslage besser gewesen.
00:19:55: Es ist immer ein bisschen schwierig zu erklären, es ist so ein statistischer Effekt im Grunde weil das heißt eigentlich diese Verdopplung von der du eben geredet hast vom BIP-Wachstum in diesem Jahr Die geht eigentlich darauf zurück, dass die Vergangenheit besser war als wir gedacht haben und das Statistische Bundesamt früher berichtet hat auch.
00:20:15: Und gar nicht so sehr, dass wir die Zukunft jetzt optimistischer sehen.
00:20:18: Also die Zukunft sehen wir ja so la-la ein bisschen.
00:20:22: Das ist kein wirklich durchgreifendes Wachstum aber es kommt eben so ein einigermaßen okayes Wachsstum am Ende raus in der Zahl wenn man das zusammen mit denen was eben in der Vergangenkeit besser gelaufen ist, als wir gedacht hatten.
00:20:34: Ein Punkt noch dazu.
00:20:35: Normalerweise würde so ein Schub von den öffentlichen Investitionen und den Exporten dazu führen, dass wir einen sogenannten Selbsttragendenaufschwung bekommen.
00:20:42: Das heißt dann würden auch die Menschen hier in Deutschland mehr konsumieren und dann haben die Unternehmen ausgelastete Kapazitäten.
00:20:48: Dann fangen sie auch an neue Maschinen zu kaufen.
00:20:50: das ist eine ja sich so ein selbst verstärkender Aufwärtsprozess Und das haben wir im Moment noch nicht.
00:20:56: da spielt eine ganz große Rolle, dass eben die Energiepreise so stark belasten.
00:21:01: Da können wir nur hoffen, dass das jetzt über den Winter nicht ganz so schlimm wird.
00:21:04: Also der Gaspreis ist ja auch erst zuletzt sehr stark gestiegen.
00:21:08: Der hat sich lange sehr moderat verhalten und da sind durchaus Risiken, dass da über dem Winter noch was passiert.
00:21:14: Es könnte auch sein, dass wir eine echte Gasmangellage bekommen weil die Gasspeicher zurzeit relativ knapp gefüllt sind.
00:21:21: Das kann alles gut gehen aber es kann eben ein bisschen auf Messers schneiden und dann hätten wir deutlich weniger Wachstum als wir prognostizieren.
00:21:29: Nachdem wir jetzt nochmal über die USA gesprochen haben, habe ich hier auf dem Zettel noch ein paar weitere Punkte wo ich gerne nochmal deine Einschätzung zu abgreifen würde.
00:21:40: Wie
00:21:41: gut
00:21:42: zum Beispiel auch manche Instrumente jetzt eigentlich funktionieren in dieser Zeit.
00:21:48: und zwar möchte ich über den Industriestrompreis nochmal mit dir sprechen.
00:21:52: Es ist ja eine Forderung, die es jetzt einfach ganz lange gab.
00:21:55: Auch aufgrund dieser Belastungen der krassen Energiepreise gerade für die energieintensiven Branchen war das total wichtig.
00:22:03: Der soll jetzt auch kommen, fünf Zent pro Kilowattstunde aber dann auch befristet bis zum Jahr zwanzig.
00:22:10: Da habe ich mich gefragt, reicht das überhaupt in so einer Zeit und den Standort Deutschland erst mal wieder attraktiv zu machen?
00:22:17: Oder ist das jetzt so noch mal ein kleiner Vorstoß, um überhaupt etwas in dieser Lage
00:22:22: zu tun.
00:22:22: Also nach unserer Sicht wäre das Wichtige bei einem Industriestrompreis oder wir nennen es gerne Brückenstrompreis zweierlei erstens dass man den Preis abdämpft und den Anstieg aufhängt.
00:22:36: Das ist jetzt gerade wichtig weil der Gaspreis gestiegen ist und sich oft auf den Strompreis auswirkt.
00:22:40: und das zweite ist Planungssicherheit für längerfristige Investitionen zu schaffen also für Investitionen in die Elektrifizierung vor allem.
00:22:48: Und dafür ist es eigentlich nicht gut, dass es jetzt diese Ermäßigen nur bis zum Jahr zwanzig gibt weil ich meine jede Maschine, die man jetzt anschafft läuft länger als bis zu zwei tausend achtundzwanzig.
00:23:00: selbst ein Datenzentrum wenn man das jetzt bauen würde und das ist relativ schnell abgeschrieben bei der Technik sich da so schnell weiterentwickelt wird über fünf oder sechs Jahre laufen gelassen Planung vorschiebt, dann ist es nicht so wahnsinnig hilfreich.
00:23:16: Die Frage ist auch ob man nicht was machen sollte, was dauerhaft strukturell und längerfristig den Strompreis denkt?
00:23:22: Da gibt's verschiedene Ideen und Möglichkeiten.
00:23:26: Die Spanier haben in der letzten Energiepreiskrise nach der russischen Ukraine-Inversion einen sogenannten ... Das heißt das Iberische Modell.
00:23:37: Sie haben den Gaspreis für die Verstromung subventioniert um damit den Strompreis niedrig zu halten.
00:23:44: Die Subventionen sind weniger als das, was man dann beim Strompreisspart.
00:23:48: Das ist ein bisschen technisch da brauchen wir jetzt auch vielleicht nicht drauf einzugehen.
00:23:50: und was kann man sich so erstmal erst mal vorstellen dass man das machen kann?
00:23:53: Und das fänden wir auch gut das jetzt zu machen weil wir wieder diese Situation haben... ...dass der Strompreist steigt weil der Gaspreis so hoch gegangen ist.
00:24:02: Eine andere Sache ist es sehr viel bei uns über die Netzent-Gelte geht, die relativ teuer sind sollte der Staat eigentlich gucken, dass er strukturell die Finanzierungskosten runterbringt.
00:24:12: Da müsste er stärker selber finanzieren und weniger die privaten Investoren finanziert zu lassen.
00:24:18: Also um deine Frage abschließend zu beantworten das ist schon okay was man da macht aber eigentlich sollte man lieber gucken dass man dauerhafter stärker und für alle den Strompreis runterbringen weil es nicht nur ein Problem der energieintensiven Industrien sondern auch Elektrifizierung im Haushalt für die Nachfrage von Eheautos, von Wärmepumpen.
00:24:37: Aber auch am Ende für den Bau von Datenzentren?
00:24:39: Ja, für eine Perspektive in all diesen Bereichen.
00:24:42: Das wird mir jetzt noch mal viel klarer.
00:24:45: Vorhin hast du so schön gesagt ...
00:24:56: Zumindest Planbarkeit ist wahrscheinlich die Voraussetzung, dass da was passiert und investiert wird.
00:25:02: Neben den Sachen, die wir jetzt besprochen haben.
00:25:04: Von denen man das Gefühl hat ... Die schwelten schon länger und kamen aus Entwicklung, die kennen wir schon ein paar Monate.
00:25:12: Gut, jetzt komme ich mit was um die Ecke da.
00:25:13: Es ist eigentlich auch nicht so überraschend.
00:25:15: Trotzdem hat es uns eigentlich überrascht.
00:25:17: in diesem Sommer gab's Probleme auf den deutschen Wasserstraßen.
00:25:20: Die Wasserspiegel waren total niedrig.
00:25:22: Auf einmal sind ganze Lieferketten dort zusammengebrochen.
00:25:26: Da frage ich dich einfach nur, was bedeutet denn?
00:25:28: eine solche Anfälligkeit von essenzieller Infrastruktur für die deutsche Wirtschaft.
00:25:32: Gerade bei Wasserstraßen, wo man eigentlich wusste durch den Klimawandel das könnte im Sommer auch zu Problemen führen?
00:25:40: Also ich meine hier sehen wir wieder dass wir jahrzehntelange in die Infrastruktur zu wenig investiert haben.
00:25:45: und klar bei den Wasser Straßen geht es jetzt nicht darum.
00:25:48: da kann Wenn es so trocken ist, nicht so richtig viel machen.
00:25:51: Aber man könnte natürlich Ersatzkapazitäten auf der Schiene bereitstellen oder zumindest in der Hinterhand haben dass man bestimmte Transporte dann auf dem Schienenweg machen kann.
00:26:02: Das scheint ja auch im Moment nicht der Fall zu sein weil da überhaupt gar nicht die Wagen da sind und die Schienen ja auch soweit ausgelastet sind runtergewirtschaftet und kaputt sind.
00:26:11: Das zeigt im Grunde zweierlei, wir brauchen mehr Resilienz gegen die Klimaveränderung und wir brauchen aber mehr öffentlich Investitionen mit so ein bisschen Puffer da drin, dass man nicht immer auf Anschlag fährt.
00:26:21: Und das ist beides eben nicht passiert und darum hat man jetzt das Problem mit den
00:26:24: Wasserstraßen.".
00:26:27: Wir sind eigentlich so ein bisschen durch die Headlines des Sommers gegangen und haben nochmal geguckt, was für Auswirkungen haben bestimmte Sachen auf die deutsche Wirtschaft.
00:26:37: Ich würde es gerne noch einmal versuchen zusammenzubinden um wieder zu meinem Bauchgefühl am Anfang zurückzukommen das nochmal von dir einschätzen zu lassen.
00:26:45: also wann wird denn so eine Push-Meteilung, die ich von meiner News App bekomme?
00:26:51: zu einem wirklichen Risiko für die deutsche Wirtschaft.
00:26:55: Ich denke sofort an die Entführung von Maduro, dem ehemaligen Venezuelischen Präsidenten wo man selber auch wieder vor der tagesche App stand und dachte oh mein Gott wofür das denn?
00:27:07: Bei welcher Nachricht denkst du?
00:27:09: jetzt muss ich mich mit meinen Kollegen am IMK zusammen setzen.
00:27:12: jetzt müssen wir vielleicht dann unsere Wirtschaftsprognosen ran.
00:27:15: und bei welchen Sachen denkst Du?
00:27:16: na gut das ist jetzt eher gesellschaftspolitisch.
00:27:19: Also wenn jetzt Sachen passieren, die große Preisveränderung auslösen.
00:27:25: Also Energiepreise ist das Typische.
00:27:27: oder wenn man sieht da und da werden wirklich massiv Lieferketten gestört dann überlegen wir ob wir da was machen müssen.
00:27:36: Und bei Preisen?
00:27:37: Naja auch wenn die Politik Sachen macht die jetzt wirklich sehr große Reichweite oder sehr große Auswirkungen haben also zum Beispiel der Sondervermögen Als das beschlossen worden ist, haben wir natürlich gesagt ja da muss man jetzt dran.
00:27:50: Bei der Entführung von Maduro, wenn ihr zu eder liefert zurzeit praktisch kein Öl auf den Weltmarkt hat nicht so viel Auswirkungen dann müssen wir eben nicht dran.
00:27:58: aber wenn Russland in die Ukraine einmarschiert oder die Straße von Hormuz gesperrt wird dann gucken wir doch was das für Auswirkung hat.
00:28:06: also große Ereignisse die weder sehr viel Geld offensichtlich bewegen oder wichtige Preise stark verändern.
00:28:16: Würdest du sagen, dass wir zurzeit wirklich alle potenziellen Risiken für die deutsche Wirtschaft oder generell die europäische Weltwirtschaft im Blick haben?
00:28:25: Oder gibt es da irgendwas wo du sagst.
00:28:28: Da sind blinde Flecken, wo man jetzt in den nächsten Wochen und Monaten auch draufschauen muss damit vielleicht diese Wirtschaftsprugnosen auch so positiv bleiben wie sie sind.
00:28:38: Also vorsichtig positiv darf man ja eher sagen
00:28:40: Ja also ich glaube ich würde das einmal auseinanderziehen.
00:28:43: Es gibt eine Reihe von Risiken.
00:28:44: Die kann man auch sehen.
00:28:46: Die sind jetzt nicht so, dass wir die nicht erkennen würden.
00:28:49: Wir sehen die Energiepreise als Risiken!
00:28:51: Wir sehen als Risiko, dass die europäische Zentralbank vielleicht die Zinsen stärker erhöht, als es notwendig wäre und das Wachstum bremst.
00:28:58: Aber ich glaube deine Frage ist ja noch eine andere.
00:29:00: und auch für die ganzen Aufsichtsräte, die das möglicherweise sich anhören, handdeutsche Unternehmen vielleicht auch blinde Flecken?
00:29:07: Und da würde ich sagen... Ja, die haben wahnsinnig viele blinde Flecken.
00:29:10: Ich bin eigentlich immer wieder schockiert mit welchem Tunnelblick das Management in bestimmte Entscheidungen
00:29:15: reingeht.".
00:29:16: Dann wird so getan als seine riesige Investitionen in China.
00:29:19: kein Risiko und es ist aber ein Risiko in der geokonomischen Situation wie wir sind oder eine Abhängigkeit von amerikanischen KI-Grundlagenmodellen.
00:29:28: Also dass man meint wegen irgendwas aufbaut was den ungestörten Zugang zu Chatchity PT erwarten lässt.
00:29:36: Und da fehlt in vielen der Management-Abteilung oder Managementetagen in Deutschland.
00:29:42: Da fehlt wirklich so ein Denken, was für Risiken gibt es und wie können wir unser Unternehmen risikofest machen?
00:29:47: Sondern man hat da lange immer dann auf Effizienz irgendwie das eigene Geschäftsmodell getrimmt.
00:29:53: Und da ist irgendwas passiert ... Man hat den Eindruck die Manager stehen und sagen, oh, wie konnte das denn passieren?
00:29:59: Das konnte ja keiner ahnen!
00:30:00: In Wirklichkeit hätte man's ahnen können wenn sich ein bisschen mehr mit diesen geoökonomischen Verschiebungen beschäftigt.
00:30:07: Das sagt Sebastian Doolin, erst wissenschaftlicher Direktor des EMK.
00:30:10: Ich bedanke mich herzlich für das Gespräch.
00:30:12: Danke dir, Sebastian!
00:30:13: Danke dir Linda!
00:30:17: Danke Sebastian Doulin für das spannende Gespräch was mir noch mal gezeigt hat.
00:30:21: wir alle liegen gar nicht so falsch mit unserer Wahrnehmung.
00:30:24: die heutige Welt steckt voller Risiken.
00:30:26: man kann schlecht absehen was morgen eigentlich passiert und genau dass ist eigentlich Gift für die Wirtschaft.
00:30:32: das hat er ja auch nochmal gesagt.
00:30:33: also wir brauchen Planbarkeit damit dieses ganz sanfte Plus für's wir gerade sehen auch noch größer wird.
00:30:39: Ja, ich bin persönlich auch immer wieder beeindruckt was für eine Expertise bei uns in der Stiftung existiert in so vielen verschiedenen Bereichen.
00:30:45: also ganz herzlichen Dank auch von meiner Seite dafür dass Sebastian uns da zur Verfügung steht jetzt schon zum zweiten mal bei unserem Podcast ist Und ich meine, das lässt sich ja irgendwie auf einer persönlichen Ebene auch total nachvollziehen.
00:30:55: Der eine oder andere hat vielleicht auch einen kleinen Haushaltsplan gemacht und ist wenn das Auto kaputt geht nicht mal so ganz happy um.
00:31:00: dann muss man auch schauen wie man das irgendwie in den privaten Haushalt mit einrechnen kann.
00:31:04: Jetzt gehen wir aber noch einmal eine Ebene dazwischen und wollen uns anschauen wie Unternehmen damit umgehen dass unsere Welt so unplanbar ist und vielleicht an der eine oder anderen Stelle eine politische Situation instabil.
00:31:15: Genau, deswegen wollen wir uns anschauen wie managen Unternehmen Risiken und da gibt es dieses wunderschöne Wort Risikomanagement.
00:31:22: Und da gehen wir glaube ich gleich einfach mal ins Interview rein oder?
00:31:25: Auf
00:31:25: jeden Fall!
00:31:26: Da hören wir uns doch mal das Interview an was sich mit
00:31:28: unserem
00:31:29: Kollegen Alexander Sekanina geführt hat.
00:31:43: Wenn wir auf all die Unsicherheiten schauen, die uns die Welt bietet ist es ja verständlich dass wir als Privatperson davon überrascht sind Aber von der Wirtschaft und vor allem von großen deutschen Industrieunternehmen erhoffen wir uns ja was ganz anderes.
00:31:56: Nämlich, dass da nicht jede Krise ein ganzes Unternehmen dann in Zwanken bringt!
00:32:01: Durch Frage ist aber wie bereiten sich Unternehmen auf Risiken vor?
00:32:05: Und wie sichern sie sich auch gegen diese
00:32:07: ab?!
00:32:07: Und welche Rolle hat da bei der Aufsichtsrat?
00:32:09: Das bespreche ich jetzt mit Alexander Sekanina.
00:32:12: Er ist Wirtschaftsreferent im Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung, und kennt sich zum Glück mit dem Thema Risikomanagement besonders gut aus!
00:32:21: Ich freue mich, dass du da bist.
00:32:22: – hi Alex!
00:32:22: Hallo,
00:32:23: schönen guten Morgen, danke für die Einladung!
00:32:25: Dass ein Unternehmen Krisen kommen sieht und einplanet, das erwarten wir ja irgendwie... Aber das ist ja jetzt nicht nur so ein Bauchgefühl von uns, wo man sagt, oh, das wär eigentlich ganz schön.
00:32:34: Das ist tatsächlich auch gesetzlich vorgeschrieben ne?
00:32:37: Also börsennotierte Unternehmen zum Beispiel sind verpflichtet einen Risikomanagement-System zu haben und wenn ich das Wort so Risikomanagementsystem höre dann hört sich das für mich ziemlich nach KI Robocop vielleicht irgendeinem Supercomputer der in einer Ecke sitzt und alles beobachtet und beurteilt an.
00:32:55: aber das is es nicht ganz oder
00:32:57: Ja, also zumindest was RoboCop betrifft muss man es glaube ich ein bisschen relativieren.
00:33:01: Also erst mal vielleicht zu der gesetzlichen Pflicht.
00:33:03: das ist tatsächlich so.
00:33:04: Es gibt im Aktienrechten konkreten Paragrafen für Börsennotierte steht da sogar etwas von Risikomanagement konkret drin.
00:33:10: Für Nichtbörse notiert ist es ein bisschen weicher formuliert.
00:33:13: Da ist von sogenannten Frühjahrkennungssystem die Rede.
00:33:15: aber was relativ ähnliches meint und selbst für eine GmbH für die ja normalerweise das Aktiengesetz nicht gilt müsste man zumindest vergleichbare Haftungsmaßstäbe an die vorstellen und in die Geschäftsführer anlegen, die im Grunde genommen letzten Endes auch darauf hinauslaufen dass in komplexeren Unternehmen solche Systeme eingerichtet werden müssen.
00:33:33: Das ist die sogenannte Business Judgment Rule zu der werden wir nachher wahrscheinlich noch mal kommen.
00:33:38: Und was das Thema RoboCop betrifft?
00:33:39: Naja kann man fast sagen schön wär's.
00:33:42: Tatsächlich ist es so.
00:33:43: Wir reden hier von ziemlich heterogenen System Die erstmal alle gemeinsam haben Dass sie auf die Identifikation Auf die Bewertung auf die Steuerung und auf die Kontrolle von Risiken ausgerichtet sind.
00:33:55: viele unterschiedliche Ebenen in Unternehmen verteilt.
00:33:57: Das sind also oft sehr dezentrale Systeme und das fängt an bei so relativ profan Sachen wie irgendwelchen Risiko-Checklisten oder Ähnlichem, was auch ziemlich weit von RoboCop entfernt ist geht aber in Unternehmen die solche Systeme sehr, sehr weit ausentwickelt haben bis hin zu statistischen Simulationsverfahren und ähnlichem in der Risikobewertung.
00:34:18: Also es durchaus eine sehr große Bandbreite man da auch in der Praxis sieht
00:34:22: Damit wir uns das einmal besser vorstellen können, dass ist so ein Thema was sich heute durch die ganze Folge zieht.
00:34:27: Wann ist eigentlich ein Risiko und Risiko?
00:34:29: Und woher kann es eigentlich kommen und aus welchen Bereichen?
00:34:33: wie ist das denn beim Risikomanagement in Unternehmen?
00:34:36: Kommen die immer von außerhalb aus der Marktwirtschaft oder auch von innerhalb oder beides?
00:34:41: Also grundsätzlich gilt sowohl als auch.
00:34:43: Vielleicht fangen wir mal an, wie sind Risiken überhaupt in den Unternehmen definiert?
00:34:47: Auch das ist nicht immer ganz einheitlich.
00:34:48: So typisch ist eigentlich, dass so ein Risiko-Management auf so einer Definition im Sinne von einem Risiko eine negative Abweichung von irgendeiner Plangröße.
00:34:57: Oft ist diese Plangrösse irgendeine Finanzkennzahl ne Ergebnisgrösser oder ähnliches.
00:35:01: und im Gegenzug im Übrigen es geht ja nicht nur um Risiken Es geht auch um Chancen Ist eine Chance sondern eine positive Planabweichungen.
00:35:07: Und spannend ist im übrigen also gerade wenn man dann zum Beispiel Aufsichtsrat Kenntzahlen beziehen sich dann diese Risikodefinition, weil das durchaus auch was über die Tragfähigkeit von solchen Systemen aussagen kann.
00:35:18: Und wenn wir jetzt eine Ebene tiefer gehen, wo hast du ja im Prinzip jetzt ein bisschen gefragt, wo kommen die Risiken her?
00:35:22: Da reden nur über die Risikoarten!
00:35:23: Das heißt also welche Beobachtungsbereiche gibt es, wo man eigentlich Risiken im Blick haben muss?
00:35:28: und da gibt's natürlich sowohl interne als auch externe.
00:35:31: Generell gilt erst mal dass ein Risikomanagement-System möglich alles, was irgendwie für das Unternehmen ja sagen wir mal gefährlich werden kann unter Beobachtung stellen muss, das muss irgendwie einem systematischen Ansatz untergeordnet sein.
00:35:44: Aber wie die Risikoarten dann im Detail sortiert sind?
00:35:48: Das ist in der Regel sehr stark vom Geschäftsmodell abhängig bei Finanzdiensteis.
00:35:51: Dann gibt es da ein paar regulatorische Vorgaben aber für andere Unternehmen eigentlich nicht.
00:35:55: man kann halt so typische Beispielen.
00:35:57: oft werden strategische Risiken finanzielle Risiken Compliance Risiken technologische Risken jeweils gesondert überwacht.
00:36:05: In der jüngeren Vergangenheit haben zum Beispiel IT-Risiken immer mehr Aufmerksamkeit bekommen.
00:36:09: Nachhaltigkeitsrisiken bekommen immer mehr aufmerksamkeiten und euer Thema ist ja auch völlig zu Recht, zum Beispiel geopolitische Risiken.
00:36:15: Auch das ist natürlich was, was in den letzten Jahren einfach durch die Gemengelage, die wir im Moment weltpolitisch und ökonomisch haben an Bedeutung gewonnen
00:36:23: hat.
00:36:24: Genau wo da dann noch die blinden Flecken liegen können, da sprechen jetzt im weiteren Gesprächsverlauf nochmal drüber.
00:36:30: aber lass uns an der Stelle noch mal ganz kurz Stück für Stück auseinander nehmen.
00:36:34: Wir haben schon vieles angerissen, aber vielleicht können wir es noch einmal so ein bisschen auf den Punkt bringen?
00:36:38: Also was gehört denn zu so einem System dazu?
00:36:42: immer generell?
00:36:43: Du hast jetzt gerade schon gesagt die können sich von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterscheiden.
00:36:47: und dann ist ja auch noch die Frage wer ist denn überhaupt dafür zuständig so ein System aufzustellen.
00:36:51: also wer ist da der Robo-Cop hinter dem System?
00:36:55: Also es gibt so ein Regelkreis des Risikomanagement, der grob vier Stationen hat.
00:36:59: Das kann man theoretisch auch noch mal weiter untergliedern.
00:37:01: aber damit hat man erstmal die Grundsystematik.
00:37:03: Wir müssen die Risiken identifizieren.
00:37:05: also wo könnt ihr möglicherweise herkommen?
00:37:07: Wo sind sie überhaupt?
00:37:08: Welche gibt es?
00:37:09: dann müssen wir bewerten.
00:37:10: das ist häufig einer der komplexesten Punkte je nach risiko.
00:37:13: da geht's also darum insbesondere wie wahrscheinlich ist Es dass tatsächlich eine risiko eintritt und hoch wäre der schaden wenn das risiko Eintritt?
00:37:21: Dritter Punkt ist das Thema Risikosteuerung.
00:37:23: Was mache ich mit dem Risiko, wie reagiere ich da drauf?
00:37:25: Kann ich eine Versicherung abschließen oder gehe ich das Risiko im Extremfall sogar ein?
00:37:31: Weil ich glaube, dass mein Unternehmen finanziell so stabil ist, dass es das aushalten kann.
00:37:35: Da gibt's große Bandbreite an Steuerungsmaßnahmen.
00:37:38: und dann der vierte große Block ist das Risikokontrolle und auch Kontrolle des Risikomanagementsystems.
00:37:43: Da kommt unter anderem der Aufsichtsrat ins Spiel.
00:37:47: Da geht's natürlich darum, bleibt dieses System am Ende quasi auch wenn sich die Situation des Unternehmens verändert in irgendeiner Art und Weise weiterhin wirksam.
00:37:56: Und Thema Verantwortlichkeit, letztverantwortlich ist immer der Vorstand oder bei einer GmbH die Geschäftsführung, die haftet nach der Business Judgment Rule, die im Grunde genommen im Kern besagt Eine Unternehmensleitung darf zwar und muss im Grunde genommen auch Risiken eingehen, um den Laden führen zu können.
00:38:11: Aber sie muss es auf Grundlage von einer hinreichenden und belastbaren Informationsgrundlage tun.
00:38:17: Das heißt also da darf kein Blindflug hinlegen und natürlich muss ihr auch im Wohle des Unternehmen agieren.
00:38:21: aber insbesondere diese belastbare Informationsbasis wenn Entscheidungen getroffen werden dies entscheidend und Risikomanagement System oder Früherkennungssystem sind im Prinzip das Vehikel was quasi die Informations grundlage bereitstellen soll.
00:38:36: In der Praxis ist es natürlich so, dass das nicht ein Finanzvorstand oder wer auch immer alleine macht.
00:38:41: Sondern er dedikiert das natürlich auf unterschiedliche Unternehmensfunktionen.
00:38:45: Oft gibt's Risiko-Managementabteilung oder Stabsstellen oder Ähnliches aber eben auch dezentral zum Beispiel Risikoverantwortliche in einzelnen Unternehemsbereichen und so weiter.
00:38:54: plus dieses ganze System wird oft noch von Querschnittsfunktion unterstützt.
00:38:59: Das Controlling spielt eine wichtige Rolle.
00:39:01: Es gibt internes Kontrollsystem was nochmal so Prozess Kontrollen umfasst und die internere Vision prüft solche Systeme zum Beispiel auch noch mal von außen.
00:39:09: Das heißt also es gibt nicht einfach nur das Risikomanagement-System, sondern ist quasi in ein größeres Gefüge vom Kontrollsystem eingebettet.
00:39:16: Und zu diesem Kontrollsystem gehört ja der Aufsichtsrat?
00:39:19: Also der Aufssichtsrat überprüft auch die Wirksamkeit von diesen Risikkomanagementsystem wenn ich das richtig verstehe.
00:39:27: Ja, das ist im Kern so.
00:39:28: Also man muss dazu sagen auch für den Aufsichtsrat gerade gilt diese Business Judgment Rule also auch ein Aufsichtrat muss ohnehin informierte Entscheidungen treffen.
00:39:35: generell kann man sozusagen es gibt im Prinzip zwei grobe Cases in denen sich einen Aufsicher hat mit diesem Thema beschäftigt.
00:39:40: einmal sollte Es weil einfach der Aussichtsrat die Verantwortung hatte ja auch die Wirksamkeit Der Maßnahmen der Unternehmensleitung und damit auch von so einem Risikomanagement zu überwachen sich regelmäßig berichten lassen Wo stehen wir, wie ist es aufgebaut?
00:39:54: Was gibt's für neue Entwicklungen und so weiter.
00:39:56: Da sollte es also eigentlich eine Regelberichterstattung geben, sodass der Aufsichtsrat sich regelmäßig auch mit diesem System aufeinander geht.
00:40:04: Plus, der zweite Case ist natürlich anlassbezogen.
00:40:06: Das bedeutet zum Beispiel wir haben eine ganz konkrete Unternehmensentscheidung, eine große Investition und Übernahme oder ähnliches wo wir auch nochmal in umfassenderem Maße uns mit den Chancen und Risiken auseinandersetzen müssen.
00:40:18: dann ist das Risikomanagement natürlich ein Impuls- und Wissensgeber um sozusagen hier auch informierte Entscheidungen zu treffen.
00:40:26: Und es kann natürlich auch sein, dass sich einfach die Situation des Unternehmens in irgendeiner Art und Weise einschneiden verändert.
00:40:31: Vielleicht weil ein Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert.
00:40:33: dann muss man natürlich auch infrage stellen ob mich auch Risikomanagement-System an bis zu den Punkten angepasst
00:40:37: werden muss.
00:40:38: Wenn wir über das Thema sprechen dann kommen ja an einer Reform ja nicht vorbei.
00:40:43: Das Fisk ist besonders interessant.
00:40:46: Das war einer der entscheidenden Reformfortschritte beim Thema Risikomanagement.
00:40:51: Das lag noch gar nicht so lange zurück, das FISC ist das Finanzmarkt Integritätsstärkungsgesetz Und das war eine direkte Reaktion auf den Wirecard-Skandal.
00:41:02: Noch mal ganz kurz zur Erinnerung, Wirecard brach im Jahr zusammen, weil in der Bilanz einfach nicht existiert haben und reihum haben alle Kontrollinstanzen versagt inklusive Vorstand Wirtschaftsprüfer Finanzaufsicht aber auch der Aufsichtsrat.
00:41:17: wichtig hierbei und vielleicht auch ganz interessant Der Aufsichtsrad bei Wirecard war nicht mitbestimmt.
00:41:23: Ich würde gerne noch von dir wissen Alex also was hat es einmal damit auf sich?
00:41:28: geändert.
00:41:28: Wie bedeutend war das jetzt überhaupt?
00:41:30: Also, dass FISG?
00:41:31: da hat sich der Gesetzgeber bemüßigt gefühlt angesichts dieses weiträumigen Skandals einige Punkte gerade im Blick auf Risikomanagement im deutschen Gesetz nochmal nachzuschärfen.
00:41:40: einmal kommt seitdem im Aktiengesetz tatsächlich explizit das Wort Risiko-Management vor.
00:41:44: Vorher hat man eher so etwas weicher von Frühjahrkennungssystemen gesprochen.
00:41:48: Mittlerweile müssen Börsen und Chiete wirklich explizit solche Risikomanagement-Systeme einrichten, es ist tatsächlich auch erst seitdem die Einrichtung eines Prüfungsausschusses innerhalb des Aufsichtsrates der sich ja verstärkt dann auch mit Risiko-Management als Thema beschäftigt Pflicht ist.
00:42:02: vorher war das Zwar eine sehr nachdrückliche Empfehlung, aber es war eben noch keine Pflicht.
00:42:07: Und drittens gibt es seitdem ein direktes Auskunftsrecht des Aufsichtsrats gegen überbestimmten Leitern von Konzernfunktionen wie dem Risikomanagement im Compliance Management oder der internen Revision.
00:42:18: das gab's vorher nicht da musste man immer bei den Vorstand oder die Geschäftsführung gehen bzw also weil leider alles nur für börsennotierte Aktiengesellschaften relevant.
00:42:26: Aber dass natürlich in der Hinsicht schon eine deutliche Stärkung des Aufssichtsrats
00:42:30: Finde ich aus der heutigen Perspektive, es sind nur sechs Jahre später.
00:42:35: Aber fast Wahnsinn!
00:42:38: Das ist das vorher so noch gar nicht gab.
00:42:40: in was für einer Situation wir uns jetzt befinden nämlich immer eigentlich aufwachen auf die News App schauen und das Gefühl haben okay Jetzt bricht hier das nächste Chaos los oder Wir stehen vor dem nächsten Abgrund.
00:42:51: Wird das denn in der Praxis auch genutzt von Aufsichtsratsmitgliedern, da direkt bei den verschiedenen Stellen nachzufragen und das einzuholen?
00:42:59: Weißt du
00:42:59: das?!
00:43:01: Es gibt leider keine breite Studie dazu gefunden, aber es ist definitiv auf Einzelfällen.
00:43:06: Dass das so praktiziert wird in den Unternehmen und dass sich zunimmt in der Praxis etabliert.
00:43:10: Man darf sich das nicht wie eine Geheimnisoperation vorstellen von denen der Vorstand gar nichts weiß, was durchaus stattfindet ist, dass beispielsweise der Leiter von einem Risikomanagement dann auch mal ein Abwesenheit des Vorstandes befragt wird ohne dass der immer so quasi auf dem Schoß sitzt.
00:43:26: Jetzt haben wir bis hierhin, was wir alles besprochen haben, klingt das ja schon mal gut.
00:43:30: Und so als hätte man durch ein Risikomanagement-System ziemlich viel im Griff.
00:43:35: Aber was man festhalten kann am Ende sind diese Systeme auch von Menschen gemacht und aufgestellt.
00:43:40: Menschen sind nicht unfehlbar.
00:43:43: Da muss es zwangsläufig Schwachstellen geben oder?
00:43:46: Woraus könnten die bestehen?
00:43:48: Was ist da vielleicht noch nicht so im Blick?
00:43:51: Ja, es gibt tatsächlich also auch wenn man sich Studien anguckt.
00:43:53: Wenn man sich auch einzeln im Praxisbeispiel an eine ganze Reihe von typischen Schwachstellen.
00:43:57: Eine davon ist das klassische Silo-Denken.
00:43:59: Also dass ein Risikomanagement System immer noch etwas ist was sozusagen mehr oder weniger in Stellen Kamerlein als Expertenrat innerhalb des Unternehmens fungiert aber relativ wenig mit anderen Unternehmsbereichen zum Beispiel mit der Unternehmenstrategie oder auch mit der Planung des Unternehems verbunden ist so dass natürlich dann viele Analysen des Risiko Managements gar nicht operative Praxis mit einfließen.
00:44:22: Ein zweites Thema ist das Thema Rand oder auf Englisch Tail Risiken,
00:44:25: d.h.,
00:44:25: Risiken die zwar in relativ hohen Schaden verursachen wenn sie eintreten aber relativ unwahrscheinlich sind.
00:44:30: Das auch sind so Risiken wie auch nicht ganz stark im Fokus des Gesetzgebers lange Zeit waren, die häufig auch einfach bestimmte Herausforderungen der Praxis sich bringen.
00:44:40: und dann gibt es in ganz vielen Bereichen einfach noch blinde Flecken, ganz aktueller blinder Fleck den wir moment sehen können ist ja wahrscheinlich, dass es diese neue Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD gibt und dadurch ist diese doppelte Wesentlichkeit hier eingeführt werden.
00:44:53: Das heißt Unternehmen müssen nicht nur nachhaltig keits Risiken, die für sie finanziell relevant sind sondern auch nachhaltighatsrisiken, der für die Außenwelt quasi relevant sind mit berücksichtigen.
00:45:02: das ist im Prinzip ein Paradigmenwechsel auch fürs Risikomanagement und das quasi in einer vernünftigen Art und Weise plausibel in dieses System zu übertragen ist natürlich eine relativ große Herausforderung vor der die Unternehmen durchaus nicht immer mit den hinreichenden Lösungen stehen.
00:45:18: Und vierter Punkt, vielleicht das Thema Risiko-Arktikation also die Ableitung von dem unternehmerischen Gesamtrisiko.
00:45:24: was haben da noch so ein bisschen sagt wie man das Unternehmen finanziell am Ende Wetter festmachen muss angesichts der Risiken des Geschäftsmodells.
00:45:30: Das ist so der vierte Punkt, der relativ relevant ist.
00:45:33: Über das Thema Randrisiken möchte ich gerne nochmal mit dir sprechen Alexander weil das hört sich ja total nach Nebensache an völlig unwahrscheinlich.
00:45:42: Aber so, wie ich das in meiner Vorbereitung verstanden hab gehört ja zu solchen Randrisiken eben auch das Stichwort Klima.
00:45:50: Und das ist für mich von außen ein kompletter Widerspruch weil es ist keine harmlose Begebenheit dass sich das Klima ändern wird und unsere A zu leben und vielleicht auch zu Wirtschaften bedrohen wird.
00:46:01: Ich frag mich wir können dann so eigentlich existenzielle Risiken zu einem Randrisiko werden?
00:46:08: Was gehört noch dazu?
00:46:11: Also es führt tatsächlich ein bisschen begrifflich in die falsche Richtung, wenn man davon ausgeht dass sie dann komplett unwesentlich sind weil Sie einfach einen hohen Schaden verursachen.
00:46:18: Das ist mit Klima Risiken ja total recht.
00:46:21: Bei Klima-Risiken kann man wahrscheinlich eh mittlerweile in Zweifel stellen ob die Wahrscheinlichkeit das sie eintreten überhaupt noch so geringen ist.
00:46:26: da geht's dann eher um die Frage wie weit trifft es unser Unternehmen finanziell auch in stärkerem Umfang?
00:46:31: Ein gutes Beispiel für solche Randrisiken war die Konapandemie.
00:46:36: Das hat man immer diskutiert und es gab ja hundert Jahre vorher die spanische Grippe.
00:46:43: Man wusste, was das auch gesellschaftlich für Auswirkungen haben kann.
00:46:47: Nur letztendlich hatte sich keiner darauf vorbereitet.
00:46:49: Und zwar einfach weil man es als sehr unwahrscheinlich betrachtet hat.
00:46:53: Das ist eigentlich das Kernproblem bei diesen Randrisiken oder bei diesem Tail-Risk.
00:46:58: Man weiß häufig sehr wenig über die Weils ebenso wenig Erfahrung gibt.
00:47:02: Und das ist im Grunde genommen das, was sie so komplex macht.
00:47:05: Man hat sozusagen einen Wissensnachteil gegenüber den ... anderen bestandsgefährdenden Risiken, die sehr wahrscheinlich sind.
00:47:11: Die sind zwar natürlich auch gefährlich, weil sie wahrscheinlich auch noch häufig sind aber man weiß eben mehr über die und das bei Randrisiken nicht so... Es gibt häufig Wissenslücken und auch unsere geopolitischen Risiken, die wir im Moment haben.
00:47:22: Kann man durchaus in diese Kategorie einsortieren weil eben die komplett Zusammenbrüche von Lieferketten beispielsweise wie wir sie in der Automobilzulieferindustrie nach dem Überfall auf die Ukraine erlebt haben.
00:47:33: das war eben auch etwas was wir in dieser Form lange Zeit nicht hatten und es hat so ein bisschen auch an Erfahrungswerten und Empiris dazu gefehlt.
00:47:41: Völlig nachvollziehbar, löst aber trotzdem weitere Fragen bei mir aus.
00:47:44: Ich würde mir ganz kurz einmal das anpinnen und noch mal ein anderes Thema ansprechen weil es ist mir natürlich als wir unser Interview vereinbart haben direkt aufgefallen Wir haben in der Folge Acht dieses Podcast einmal auch über das Thema Personalrisiken gesprochen, haben eine ganze Folge dazu gemacht.
00:48:01: Und da würde ich auch gerne mal von dir wissen, welchen Platz haben Personalrisiken in so einem Risikomanagement-System?
00:48:08: In unserer Folge, die wir mit Jan zusammengemacht haben, ging es viel um das Thema Verlust von Motivation.
00:48:14: Das Abwandern von Wissen, wenn Leute das Unternehmen verlassen ... Wie hat das Platz im Risiko-Management- System überhaupt einen Platz?
00:48:22: Weil ich finde, gerade in der aktuellen Situation ist das ja ein Risiko, den man sich durchaus
00:48:28: ...
00:48:29: Bewusstsein kann als Unternehmen.
00:48:32: Wie siehst du das?
00:48:33: Also tatsächlich triffst du da einen wundepunkt.
00:48:35: also auch wenn man sich befragen und studien angucken ist es tatsächlich oft so dass man am ende, wenn man ein bisschen tiefer bohrt feststeht das personalrisiken immer noch relativ stiefmütterlich behandelt werden.
00:48:44: Auch dieses thema silo denken spielt sicher eine Rolle weil eben klassische finanzielle controlling risiken einfach diesen den Experten dann näher liegen und auch einfach leichter zu erfassen sind.
00:48:54: Und die argumentation warum das dann häufig runterfällt geht doch auf den sonne richtung also nach dem motto es ist relativ schwierig die finanziellen folgen beispielsweise von fach.
00:49:05: Das sind so typische Begründungen, warum das nicht so prominent in den Risikomanagement-System vorkommt.
00:49:11: Ich finde da kann man zwei Sachen gegen einwenden.
00:49:13: Einmal gilt, man kann generell im Zweifel ziehen ob man zum Beispiel das Risiko dass einem Schlüsselkompetenzen und Schlüsselpersonen wegbrechen.
00:49:20: Ob das wirklich nicht finanziell messbar ist, das wage ich mal zu bezweifeln.
00:49:24: aber eine ganz andere und noch viel wichtiger Punkt ist der selbst wenn dem so wäre entbindet einen im Prinzip so wie bei allen möglichen anderen strategischen Risiken auch.
00:49:34: Nicht alles ist in finanziellen Indikatoren messbar, man muss sich unter Umständen qualitative Indikatorin andere Metriken überlegen mit denen man solche Risiken überwachen kann.
00:49:43: es gibt Ampelsystem oder ähnliches.
00:49:46: Also es ist insofern die Tatsache, dass man vielleicht jetzt aus dem Controlling dafür noch nicht direkt eine lupenreine Finanzplanung für die nächsten dreißig Jahre bekommt.
00:49:54: Heißt noch lange nicht das Risiken sind, die sich nicht in irgendeiner Art und Weise auch systematisch überwachen lassen?
00:49:59: Und da ist ja im Prinzip auch das was zum Beispiel Jan mit diesen Projekten zum Thema Personalrisikomanagement genauer untersucht.
00:50:06: also ich kann dir schon mal sagen was ich bis hierhin mitgenommen habe Ist das Risikomanagementsysteme entzeiten wie diese unbedingt notwendig sind aber eine gewisse Art von Flexibilität mitbringen müssen.
00:50:19: weil sich die Risiken verändern.
00:50:21: Und ich fand das jetzt gerade auch bei den Randrisiken nochmal total spannend, wenn dann Sachen auf uns zukommen, die man noch nicht erlebt hat, die es so noch nicht gab oder die solange zurückliegen dass man da vielleicht noch nicht das Wirtschaftssystem hatte was wir jetzt haben, dass man darin trotzdem sehenden Auges irgendwie versuchen muss mit zu arbeiten auch wenn die Empirie fehlt.
00:50:39: Vielleicht ist ein ganz guter Übergang wenn wir jetzt noch mal darauf schauen die konkreten Aufgaben und auch Hebel für Aufsichtsratsmitglieder bei diesem Thema.
00:50:49: Du hast gerade schon gesagt, das Thema Risikomanagement hat auch was mit der Sorgfaltspflicht an sich zu tun.
00:50:55: Das heißt, Risiko sich damit zu befassen mit dem Risikkomanagementssystem ist weniger Kühe.
00:51:01: Das ist eigentlich Pflicht heutzutage oder?
00:51:04: Das ist definitiv Pflicht.
00:51:05: Also man hat als Aufsichtsrat noch mal die Aufgabe, die Unternehmensleitung zu überwachen und dazu gehört eben der ganze Aspekt also alles was im Prinzip auch die Sorgfalt der Geschäftsführung betrifft.
00:51:15: das Risikomanagement System ist da ein essentieller Teil muss Teil davon sein.
00:51:19: deswegen eben regelmäßig sich mit diesem Thema auseinandersetzen ist absolute Pflicht auch gegebenenfalls Plausibilisierung und Verständnis Fragen stellen und man hat ja durchaus auch anlassbezogen Möglichkeiten sich weitere Berichte zum Beispiel zu diesem thema oder damit verbundenen Themen noch mal in den Aufsichtsrat zu ziehen.
00:51:36: Es gibt ja diese Anforderungsberichte nach § neunzig Absatz drei im Aktiengesetz, wo man sich wirklich auch dezidiert zu solchen Themen nochmal detailliert Informationen beschaffen kann.
00:51:45: Das gilt im Übrigen auch wenn man zum Beispiel in der etwas prekären Situation ist eine Tochterunternehmen am Aufsichtrat zu sitzen und vom Geschäftsführer vielleicht immer zu hören bekommt dass das die Muttergesellschaft macht.
00:51:55: Auch dann können solche Anforderung Berichte weiterhelfen.
00:51:59: Und jetzt haben wir ja schon gesagt, nicht alle Risiken treffen alle Unternehmen gleich.
00:52:02: Je nachdem wo sich das Unternehmen bewegt und welchem Wirtschaftszweig ist es auch anderen Risiken ausgesetzt.
00:52:07: Deswegen dürfte es wahrscheinlich auch Unternehmen geben, wo man vielleicht eine Aufsichtratätigkeit hat, wo das Thema einfach noch nicht so virulent war wie in den letzten zwei Jahren.
00:52:16: Also sollte es jemanden geben der sich damit bisher noch nicht richtig befasst hat.
00:52:21: Jetzt aber denkt... Ich glaube, es ist an der Zeit.
00:52:24: Was würdest du denn dieser Person raten?
00:52:25: Wo fängt man dann an und wie bringt man das noch mal besser ein in die Arbeit als
00:52:31: Aufsichtsratsmitglied?".
00:52:33: Also ich würde tatsächlich in solchen Situationen immer versuchen zu bewerkstelligen, dass einem im Aufsichtsrat mal wirklich dieses System und seine Organisation systematisch vorgestellt wird.
00:52:42: Einfach damit man auch ein bisschen versteht wo liegen Verantwortlichkeiten?
00:52:45: Wo liegen Schnittstellen?
00:52:47: In aller Regel gibt es auch irgendwelche Dokumentationen im Unternehmen die sicherstellen das diese Systeme personunabhängig funktionieren also irgendwelchen Organigramme einen Risiko Handbuch oder ähnliches.
00:52:57: oft gibt's dann auch risikopolitische Grundsätze die so ein bisschen den Rahmen abstecken.
00:53:02: Also hier wirklich sich sozusagen mal die, wenn man so will, Architektur dieses Systems erläutern zu lassen.
00:53:07: Weil man dadurch natürlich viel leichter auch ableiten kann okay wem müssen gegebenenfalls welche Fragen gestellt werden?
00:53:13: wie gesagt wo liegen Verantwortlichkeiten und ähnliches?
00:53:16: Also damit würde ich glaube ich, wenn ich in diesen Thema einsteige erstmal beginnen.
00:53:21: Du hast es jetzt gerade schon mal gesagt, also ich würde gerne noch einmal so versuch das ist ja immer das was Journalisten probieren.
00:53:26: Welche ein zwei Fragen... Was muss jetzt getan?
00:53:29: Welche drei Schritte?
00:53:31: aber vielleicht für alle die uns zuhören welche zwei oder drei Fragen sollte man denn dem Vorstand als erstes stellen um zu merken ob das System wirklich funktioniert?
00:53:39: Du bist jetzt grade schon gesagt wo liegen eigentlich die Verantwortlichkeiten und was gehört noch dazu?
00:53:43: Also ich wäre mal vorsichtig dieses relativ komplexe Thema mit ein zwei Fragen zu erschlagen, was ich aber tatsächlich immer für einen relativ smarten Move halt ist.
00:53:52: Tatsächlich nochmal wirklich konkret zu fragen die sind eigentlich Risiken bei uns und Chancen bei uns definiert Und zwar wirklich auch mit welcher Bezugsgröße.
00:54:00: Also darauf kommt es eigentlich an, diese Nummer mit den Planabweichungen wird man wahrscheinlich fast immer zu hören bekommen.
00:54:05: aber auch die Frage zum Beispiel auf welche Finanzkennzeilen beziehen wir uns eigentlich weil da kann man sehen auf welche Auswirkung gucken die eigentlich genau.
00:54:12: beispielsweise spielen auch Liquiditätserwägung und ähnliche Fragen eine Rolle ist da relativ wichtig?
00:54:17: Und auch einfach die Frage sozusagen wie systematisch geht der Vorstand hier vor?
00:54:20: also gibt es wirklich eine klar auch buchstabierte Definition dieses Risikobegriffes?
00:54:26: Und eben die Frage, wo sind Verantwortlichkeiten angesiedelt?
00:54:28: Das halte ich für total essentiell.
00:54:30: Weil das einfach auch die Funktionslogik dieses Systems relativ stark beeinflusst.
00:54:36: und was man tatsächlich auch, was ich auch empfehlen kann ist Wenn es eine interne Revision gibt, die sollte es normalerweise bei dieser Unternehmensgröße geben.
00:54:44: Mal nachzufragen inwieweit hat eigentlich die internere Vision schon mal eine Prüfung des Risikomanagement Systems durchgeführt und was ist dabei eigentlich rausgekommen?
00:54:53: Weil das ist im Prinzip die stärkste neben dem Aufsichtsrat die stärpste vorstands- relativ unabhängige Vorstandsunabhängig Institutionen, die sich dieses System nochmal anguckt.
00:55:06: Und unsere Gespräche sollen ja vor allen Dingen auch losmachen weiter zu belesen, sich weiter zu vertiefen in dem Thema.
00:55:14: Vielleicht von dir jetzt noch mal ein heißer Tipp?
00:55:16: Wo könnten denn jetzt die Zuhörerinnen und Zuhörer, die gesagt haben also das Gespräch mit dem Alexander.
00:55:21: Das hat mir sehr viel gebracht.
00:55:22: da möchte ich jetzt mehr darüber wissen.
00:55:24: wo können sie das machen?
00:55:25: vielleicht auch mit dir zusammen?
00:55:27: Also wir haben natürlich verschiedene Angebote zum Thema Risikomanagements und einen lohnt sich natürlich immer.
00:55:31: ein Blick auf unser Mitbestimmungsportal www.mitbestimmung.de, da findet ihr natürlich einiges an Informationen dazu.
00:55:38: es gibt im Rahmen der Reihe mitbestimmungspraxis schon lange Handbuch verbunden auch mit einer kleinen empirischen Studie zu dem Thema Risiko-Management wo unser Kooperationspartner der Professor Eulerich das Thema noch mal ein bisschen auf bearbeitet hat.
00:55:51: Und wir bieten natürlich regelmäßig Das wird jetzt in der nächsten Woche auch wieder stattfinden Aussichtsräte-Semina zum Thema Risikomanagement an, wo wir das Thema auch noch mal aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.
00:56:01: Einmal solche grundsätzlichen Fragen wie wir sie heute hatten aber auch nochmal mit unserem Kollegen Sebastian Kampania die strategischen Aspekte von Risikomendagement und Seriösten stellen noch einmal Haftungsfragen dazu vor.
00:56:11: Das heißt da beleuchtern wir dieses Thema auch nochmal etwas breiter!
00:56:15: Okay, zum Abschluss eine abschließende Frage an dich.
00:56:18: vielleicht möchtest du den folgenden Satz vervollständigen?
00:56:21: Eine gute Aussichtsratstätigkeit Ohne sich mit dem Risikomanagement zu befassen, ist heute.
00:56:32: Ich glaube das ist doch ein gutes Schlusswort oder Alexander?
00:56:38: Vielen Dank für das Gespräch.
00:56:39: ja
00:56:40: sehr gerne danke euch und schönen Tag
00:56:42: noch.
00:56:45: Ja, danke Alex für das spannende Gespräch und wir haben gerade im Interview nochmal von unserer Folge zum Personal-Risiko-Management gesprochen.
00:56:53: Wir haben Folge acht gesagt, meinten aber Folge neun mit dem Kollegen Jan Paul Giertz.
00:56:58: wenn ihr euch da noch mal rein hören wollt ich kann es nur empfehlen.
00:57:00: Ich glaube dass ist eine total tolle Ergänzung.
00:57:02: jetzt auch zu dieser Folge Und ich habe super viel mitgenommen.
00:57:08: Zum Schluss hat ja der Alex auch noch mal geteasert.
00:57:10: Es gibt da durchaus viele Angebote, wo man sich nochmal weiter informieren kann und ich glaube dazu haben wir ganz konkrete Neuigkeiten.
00:57:17: oder Kuzima?
00:57:18: Genau!
00:57:18: Und wer bis hierhin dran geblieben ist, der erfährt es jetzt hier zu allerersten Mal.
00:57:23: mit Upload dieser Folge wird das neue Seminarprogramm für den Jahr für
00:57:27: die Zeit für
00:57:28: die Jahre im Jahr.
00:57:29: Die habt ihr jetzt sofort mit eurer Seminarverhörung für den Jahr- und Jahrzehntag.
00:57:33: Ihr findet das neue Böckler Seminarprogramm für Aufsichtsräte, natürlich wie immer im Bestimmungsportal unter www.mitbestimmung.de.
00:57:41: Ich werde es euch aber auch hier in den Shownotz noch mal verlinken!
00:57:43: Unter anderem ist beispielsweise das Seminar Risikomanagement um Unternehmen dabei, was der Alex Rade zu Recht beworben hat.
00:57:50: Da wird er mit einem anderen Betriebswirtschaftlichen Kollegen dem Sebastian Kampania und dem Sebastian Sigg, einem unserer Juristen, wird er am achtzehnten und neunzehnden Oktober, zwei tausend sieben zwanzig online dieses Seminar abhalten.
00:58:02: also vielleicht auch ganz gut für alle die nicht so reisefreudig sind oder vielleicht andere Termine haben aufgrund ihrer Sie nicht nach Düsseldorf kommen können wir aber natürlich wieder trotzdem ganz viele Präsenzseminare eingeplant Und dieses Jahr findet ihr im Flyer auch eine etwas andere Darstellung.
00:58:17: Schaut also gerne mal rein, ihr findet dieses Jahr alle Termine auf einen Überblick, also ein Jahresübersicht und findet auch neu nach Themen geklustert.
00:58:25: Also zum Beispiel nach dem Themencluster Recht, Risikomanagement & Compliance wo ihr also noch andere Seminare und Spotlights findet die zu diesem Thema oder zu dem Thema uns auch heutigen Folge passen könnten.
00:58:35: Genau!
00:58:36: Wir freuen uns euch nächstes Jahr bei den Seminaren zu sehen Wie immer.
00:58:40: Und wenn ihr Fragen habt, könnt ihr euch bei unserer Kollegin Victoria Börner melden?
00:58:43: Ja und bis dahin arbeiten wir natürlich daran dass Ihr weiter mit spannenden Podcast-Folgen versorgt bleibt!
00:58:50: Wir haben noch ein paar Sachen für dieses Jahr geplant.
00:58:53: ich glaube wir können schon verraten die nächste Folge wird zum Thema Machen wir Resilienz als nächstes?
00:58:59: Yes ja, eine Resilience von Unternehmen als nächstes.
00:59:02: genau da freue ich mich auch sehr drauf.
00:59:03: das Thema ist nämlich glaube kann man schon sagen auch so eine Art Hype-Word aktuell, also nehme ich zumindest so wahr.
00:59:09: Wir schauen uns das aber nochmal machen Deep Dive da rein und schauen es uns auch auf Unternehmensebene an oder auf organisationaler Ebene an.
00:59:16: Ich glaube mich auch gerade bei dem Thema Risikomanagement und Instabilität in der Wirtschaft ein ganz ganz wichtiges Thema.
00:59:23: Da freue ich mich sehr darauf dass wir unseren Kollegen Michael Stoll zu Gast haben werden.
00:59:27: Da freue ich mich auch drauf.
00:59:28: Und genau, damit ihr die Folge nicht verpasst, gerne den Kanal abonnieren.
00:59:32: Vielleicht auch nur fünf Sterne-Bewertungen da lassen und ein bisschen kommentieren wie ihr wollt!
00:59:36: Das hilft immer anderen Leuten auch diesen Podcast zu finden und wir freuen uns natürlich drüber.
00:59:41: Und Fragen oder Anmerkungen?
00:59:43: Da gibt es ja wie immer unsere E-Mail Adresse, die findet ihr in den Shownotes.
00:59:48: Ich würde sagen, dann hören wir uns einfach in der nächsten Folge wieder.
00:59:51: Nächstes Mal richtig im Herbst!
00:59:52: Der ist durch die Tür gekommen.
00:59:54: Genau ich freue mich drauf liebe
00:59:55: Länder.
00:59:56: Ich mich auch liebe Kursima.
00:59:57: Bis
01:00:11: bald!
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